In einer Studie wurde untersucht, ob das subjektive Wohlbefinden bei akuter Dekompensation einer vorbestehenden Herzinsuffizienz für den weiteren Verlauf der Erkrankung prognostische Bedeutung hat.

Eingeschlossen wurden geeignete Patienten mit der klinischen Verdachtsdiagnose einer dekompensierten Herzinsuffizenz. Alle Patienten füllten unmittelbar nach der Notfallbehandlung den Minnesota Living with Heart Failure Questionnaire (MLHFQ), sowie den SF-36 zur Erfassung ihres subjektiven Wohlbefindens aus. Zudem wurden bei Aufnahme, sowie an Tag 1, 2, 3, 5 und am Tag der Entlassung das Brain Natriuretic Peptide (BNP) und der NYHA und Killip Status bestimmt.

99 Patienten (45 Frauen) nahmen an der Studie teil. 19 hatten im Beobachtungszeitraum ein erneutes schwerwiegendes kardiales Ereignis, neun von diesen Patienten verstarben. Die Patienten mit kardialen Ereignissen berichteten bereits unmittelbar nach Aufnahme über eine signifikant schlechtere Lebensqualität (MLHFQ p kleiner 0.001) und eine depressivere Stimmungslage (SF-36 Mental Component Scale, p gleich 0.002).

Diese Patienten weisen zudem höhere initiale BNP-Werte (p gleich 0.028) und eine kleinere Ejektionsfraktion (p gleich 0.045) auf. Von allen eingeschlossenen Variablen hat allein der MLHFQ-Score bereits unmittelbar nach Aufnahme prognostische Bedeutung für das Auftreten weiterer kardialer Ereignisse. Die Bedeutung der NHYA Klassifizierung zum Zeitpunkt der Entlassung hat jedoch im Vergleich eine deutlich höhere Vorhersagekraft.

Damit bestätigt die Untersuchung Ergebnisse vorausgehender Studien, dass die subjektiv erlebte psychische Verfassung einen Risikofaktor für die Entstehung und den Verlauf der Herzinsuffizienz darstellt, unabhängig von traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren. Die standardisierte Erhebung erkrankungsspezifischer Symptome wie mit dem MLHFQ kann die Anamnese sinnvoll ergänzen.

MEDICA.de; Quelle: 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)