Prävention: Gutes Cholesterin bekämpft hohen Blutzucker

31.10.2013
Foto: Kabelmännchen

Wer ausreichend HDL-Cholesterin im Blut hat ist gegen schlechte Blutzuckerwerte besser gewappnet; © panthermedia.net/Susann Weiss

High density lipoprotein (HDL)-Cholesterin, das „gute“ Cholesterin, ist für einen normalen Glukosestoffwechsel notwendig. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben entdeckt, dass HDL-Cholesterin auch die Skelettmuskelfunktion verbessert und Fettmasse verringert. Deswegen könnte HDL als neue Zielstruktur für therapeutische Ansätze bei Metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes dienen.

Menschen mit Typ-2-Diabetes sind überdurchschnittlich häufig von atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Einer der stärksten unabhängigen Risikofaktoren bei diesen Patienten ist die niedrige Konzentration von High density lipoprotein (HDL)-Cholesterin und seines wesentlichen Bestandteils Apolipoprotein A I (ApoA-I). Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Dr. Susanna Hofmann vom Institut für Diabetes und Regenerationsforschung (IDR) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) und Dr. Maarit Lehti aus dem LIKES Research Center for Sport and Health Sciences, Jyväskylä, Finland, haben nun festgestellt, dass HDL für einen gesunden Stoffwechsel und die Funktion der Skelettmuskulatur erforderlich ist.

In ihrer Studie beobachteten sie, dass ohne den HDL-Bestandteil ApoA-I die Kalorienverbrennung in der Skelettmuskulatur reduziert ist, was zu erhöhten Glukosespiegeln und beeinträchtigter Muskelfunktion führt. Die Wissenschaftler haben außerdem festgestellt, dass HDL und ApoA-I die zelluläre Zuckerverwertung verbessern. Sie konnten erstmalig zeigen, dass erhöhte HDL und ApoA-I-Spiegel im Tiermodel nahrungsbedingte Hyperglykämien (Überzucker) verhindern und davor schützen, dass altersbedingt die Muskelleistung ab- und die Fettmasse zunimmt. Daneben konnten die Wissenschaftler eine verbesserte Funktion der Mitochondrien, der sogenannten Kraftwerke der Zellen, beobachten und dies indirekt durch die deutliche Verringerung eines weiteren Energiestoffwechselsignales, des Fibroblast Growth Factor 21 (FGF-21), bestätigen.

"Unsere Ergebnisse verknüpfen zum ersten Mal Cholesterinwerte mit gestörter Energieverbrennung in der Zelle, die häufig bei Typ 2 Diabetes beobachtet wird. Medikamente, die den Effekt von ApoA-I nachahmen, werden jetzt schon zur Prävention und Behandlung von Atherosklerose in klinischen Studien getestet. Basierend auf unseren Ergebnissen bieten diese Wirkstoffe eventuell auch neue Therapieansätze für Typ-2-Diabetes“, erklärt Hofmann. Sie fügt hinzu: „Unsere Ergebnisse sind besonders relevant für Frauen mit Typ-2-Diabetes, da ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen im Vergleich zu Männern deutlich erhöht ist. Diese Frauen haben besonders niedrige Konzentrationen von „gutem“ Cholesterin."

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt