Gutes Ergebnis nach Herzstillstand

Foto: Arzt und Patient auf der Intensivstation

Intensivmedizinische Versorgung
bei Herzpatienten lohnt sich auch
für die Klinik; © Picture Desk

Das ergibt sich aus einer aktuellen Studie unter Federführung des Marburger Mediziners Doktor Jürgen Graf. Intensivmedizinische Einrichtungen betreuen nur eine Minderheit der stationären Patienten, verschlingen aber einen überproportional großen Teil der Krankenhauskosten. Das Ziel der aktuellen Studie war eine objektive Kosten-Nutzen- Analyse, um herauszufinden, ob das Langzeitergebnis die aufwändige intensivmedizinische Versorgung nach einem Herzstillstand rechtfertigt.

Die Wissenschaftler erhoben Daten zu 354 Patienten der Aachener Universitätsklinik, unter anderem die Überlebensdauer nach dem Herzstillstand, die Kosten der intensivmedizinischen Betreuung und schließlich die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die mit einem Fragebogen ermittelt wurde.

204 der Eingelieferten starben noch im Krankenhaus, 31 Prozent der Patienten überlebten nach ihrer Entlassung mindestens fünf Jahre lang. Nur neun Prozent der Befragten waren weiterhin auf tägliche Pflege zuhause oder in einem Heim angewiesen, 16 Prozent gingen einer Beschäftigung nach.

Die Kosten der intensivmedizinischen Versorgung bewegten sich im Rahmen dessen, was auch für andere Patientengruppen zu erwarten ist, bei angemessener Lebensqualität der Betroffenen. Deren Gesundheitszustand war nur wenig reduziert, verglichen mit der übrigen Bevölkerung, wobei Frauen ihre Lebensqualität in der Regel höher bewerteten als Männer. Die Behandlungskosten lagen zwar etwa doppelt so hoch wie für diejenigen Patienten auf einer Intensivstation, die keinen Herzstillstand erlitten haben, waren aber vergleichbar mit den Ausgaben für andere medizinische Routineinterventionen wie etwa einer Dialyse bei chronischem Nierenversagen.

"Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass Patienten, die einen Herzstillstand überleben, längerfristig mit einer guten Lebensqualität rechnen können, bei nachvollziehbaren Kosten für das Gesundheitssystem", so das Fazit der Autoren.

MEDICA.de; Quelle: Philipps-Universität Marburg