Eine Originalstudie hatte gezeigt, dass bei Patienten mit dumpfen Traumata, die mit rFVIIa behandelt wurden, die Blutungen besser zu kontrollieren waren, was sich an einem signifikant niedrigerem Bedarf an Bluttransfusionen messen ließ. Im Durchschnitt lag der Bedarf 2,6 Einheiten roter Blutkörperchen (red blood cell = RBC) unterhalb derer, die ein Placebo erhielten. Die Wahrscheinlichkeit, eine massive Bluttransfusion von über 20 Einheiten RBC zu benötigen, war um 56 Prozent geringer.

Auf dem "International Symposium on Intensive Care and Emergency Medicine: ISICEM" wurden jetzt Ergebnisse einer Subanalyse vorgestellt, die zeigen, dass bei Patienten mit dumpfen Traumata eine Behandlung mit rekombinantem, aktiviertem rFVIIa schwere Blutungen in Schach zu halten vermag und Komplikationen sowie die Notwendigkeit von Notfallmaßnahmen reduziert:

Bei der Behandlung mit rFVIIa traten zum Beispiel Schocklunge (acute respiratory distress syndrome = ARDS) und Multiorganversagen (multiple organ failure = MOF), zwei häufige Komplikationen, signifikant seltener auf. Zudem waren Trends sichtbar, denen zufolge rFVIIa-Patienten im Vergleich zu Placebo sowohl bei stumpfen als auch bei penetrierenden Verletzungen in geringerem Ausmaß auf die Intensivstation und ein Beatmungsgerät angewiesen waren.

Bei schweren dumpfen Traumata war die Sterblichkeitsrate in den ersten 30 Tagen bei Patienten aus der mit rFVIIa behandelten Gruppe geringer (sieben Prozent im Vergleich zu 15 Prozent in der Placebo-Gruppe).

Auf der Basis dieser Ergebnisse hofft der Hersteller von rFVIIa, die Marktzulassung von rFVIIa für dumpfe Traumata zu erhalten. Dann könnte rFVIIa in Europa noch vor Ende 2005 zur Behandlung von dumpfen Traumata zugelassen werden.

MEDICA.de; Quelle: International Symposium on Intensive Care and Emergency Medicine: ISICEM