Die erektile Dysfunktion und ein Androgendefizit sind zwei häufige Begleiterscheinungen des Älterwerdens bei Männern. Beide „Erkrankungen“ haben zwar nichts miteinander zu tun. Sie treten jedoch nicht selten gemeinsam auf. Kontrovers diskutiert wird von Experten, wie hoch der Gesamt-Testosteronspiegel bei Männern in einem bestimmten Alter sein sollte beziehungsweise wann man von einem Androgendefizit sprechen muss.

Außerdem ist nicht bekannt, wie viele Männer mit erektiler Dysfunktion auch an einem Androgendefizit leiden. In einer Studie haben Wissenschaftler der University of Minnesota nun untersucht, welcher Prozentsatz von Männern mit erektiler Dysfunktion erniedrigte Testosteronspiegel hat und ob es dafür Risikofaktoren gibt.

Dazu analysierten die Wissenschaftler retrospektiv die Daten von 2.794 Männern im Alter zwischen 25 und 80 Jahren mit erektiler Dysfunktion. Sieben Prozent der Männer hatten einen Testosteronspiegel von weniger als 200 ng/dL und 23 Prozent hatten Testosteronspiegel von unter 300 ng/dL. Unterhalb der Schwelle von 400 ng/dL blieben immerhin 47 Prozent der Männer.

Bei den untersuchten Männern zeigte sich zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr ein abrupter Anstieg von Fällen eines Hypogonadismus. Die Prävalenz des Hypogonadismus stagniert dann aber und steigt erst in den 80er Jahren eines Mannes wieder an.

Zu den Risikofaktoren eines erniedrigten Testosteronspiegels bei erektiler Dysfunktion kann die Studiengruppe nach der Analyse ihrer Daten ebenfalls Aussagen machen: Demnach sorgen ein höheres Lebensalter, ein nicht oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus, hohe Gesamt-Cholesterinwerte und eine Anämie dafür, dass das Risiko eines Androgendefizits bei erektiler Dysfunktion ansteigt. Nun sollen weitere Studien zeigen, ob man Männern, die an einer erektilen Dysfunktion samt Androgendefizit leiden, mit Testosteronpräparaten helfen kann.

MEDICA.de; Quelle: Urology 2008, Vol. 71, S. 693-697