An einer Studie des Queen Elizabeth Hospital in Woodville, South Australia, nahmen 360 Patienten mit schmerzhafter Knie-Osteoarthrose und 73 gesunde Kontrollpersonen teil. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 67,1 beziehungsweise 66,1 Jahren. Alle unterzogen sich einem einfachen Knie-Röntgen. Außerdem wurden sie mittels magnetischer Resonanztomographie (MRI) untersucht. Die Studienleiter suchten nach Zeichen einer kompletten oder partiellen Ruptur des vorderen Kreuzbandes oder Einrissen im hinteren Kreuzband.

Bei 22,8 Prozent der Patienten, aber nur 2,7 Prozent der gesunden Kontrollprobanden war das vordere Kreuzband gerissen (p gleich 0.0004). Stabiler zeigte sich das hintere Kreuzband: Es war nur bei 0,6 Prozent der Patienten und keinem einzigen der Kontrollpersonen geschädigt.

Ein gerissenes Kreuzband scheint die radiologischen Zeichen einer Osteoarthritis zu verschlimmern. Diese waren bei Patienten mit gerissenem vorderen Kreuzband nämlich deutlich stärker als bei Patienten mit intaktem Kreuzband (p kleiner 0.0001). Auch der Gelenkspalt war bei dieser Patientengruppe stärker verengt als bei den Patienten mit unbeschädigtem Kreuzband (p kleiner 0.0001). Schmerzen bleiben davon jedoch weitgehend unbeeinflusst. Auf einer visuellen Analogskala zur Messung des Schmerzes gaben Patienten mit gerissenem Kreuzband keineswegs stärkere Schmerzen an als die Vergleichspatienten.

47,9 Prozent der Patienten mit gerissenem Kreuzband berichteten über einen früheren Knieschaden, der zum kurzzeitigen Einsatz von Krücken zwang. Bei Patienten ohne Kreuzbandschaden waren dies nur 25,9 Prozent (p gleich 0.003).

Die Studienautoren fragen nun, ob es wohl sinnvoll wäre, bei Patienten mit einem vorderen Kreuzbandriss diesen arthroskopisch wiederherzustellen, um dadurch das Knie zu stabilisieren und weitere Schäden am Knie zu reduzieren.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2005, Vol. 52, S. 794-799