Höheres Risiko für Herz und Gefäße

Migränen schlagen aufs Herz
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Mediziner vom Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School in Boston, USA, haben bereits in einer früheren Studie festgestellt, dass Frauen mit Migräne ein rund 42 Prozent höheres Risiko für Herzattacken haben als Frauen ohne Migränebeschwerden. Nun hat die gleiche Arbeitsgruppe ein ähnliches Ergebnis auch für Männer nachgewiesen und die Ergebnisse ihrer Studie auf dem Jahreskongress der „American Heart Association (AHA)“ vorgestellt.

Die Studie der Arbeitsgruppe umfasste die Daten von 20.084 Männern aus der „Physicians' Health Study“. 7.2 Prozent der Probanden im Durchschnittsalter von 56 Jahren litten nach eigenen Angaben unter Migräne.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 15.7 Jahren traten bei den 1.449 Männern mit Migränebeschwerden 2.236 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Dies entspricht einer Risikoerhöhung von 24 Prozent gegenüber Männern, die nicht unter Migräne leiden.

Diese Risikoerhöhung geht fast ausschließlich auf das Konto von Herzattacken (Risikoerhöhung um 42 Prozent). Das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls ist nur zwölf Prozent höher, das Risiko einer Revaskularisation fünf Prozent. Sieben Prozent höher als in der Vergleichsgruppe ist das Risiko eines kardiovaskulären Todes. Statistisch signifikant sind jedoch nur die Daten in Bezug auf die Herzattacken.

Diese Ergebnisse aus der „Physician’s Health Study“ und dem weiblichen Gegenstück, der „Women’s Health Study“ lassen den Schluss zu, dass es eine pathophysiologische Verbindung zwischen Migräne und kardiovaskulären Erkrankungen gibt. Welcher Art diese Verbindung ist, muss nun aber erst noch genauer untersucht werden. Man vermutet, dass Migräne möglicherweise Blutgerinnungsfaktoren im Blut verändert oder die Homozysteinspiegel erhöht.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association (AHA): Scientific Sessions 2006 Abstract 4202