Hörschäden früh erkennen

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Gehörschäden wirken sich negativ
auf die Sprachentwicklung aus;
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Von Tausend Neugeborenen kommen in Deutschland ein bis zwei mit einer Hörschädigung auf die Welt. Je später eine solche Schädigung diagnostiziert wird, desto negativer wird die sprachliche und gesamte Entwicklung eines Kindes beeinflusst. Das Screening ermöglicht, Hörschäden in den ersten Tagen nach der Geburt zu erkennen und in der Folge exakt zu diagnostizieren. Danach wird eine Hörgeräteversorgung veranlasst und die Frühförderung beginnt.

Für eine positive Entwicklung sei aber auch entscheidend, dass die Mitarbeiter von Pädagogisch-Audiologischen Beratungsstellen auf den jeweiligen Fall individuell eingingen und sich vor allem stärker an den Ressourcen der jeweiligen Familie orientierten. Aus diesem Grund haben die LMU-Forscher bei ihren Untersuchungen die Eltern sowie die Frühförderer einbezogen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass betroffene Eltern aufgrund der frühen Diagnose sehr offen mit der Hörschädigung umgingen. Sie erlebten zwar einen Diagnoseschock, jedoch einen geringeren Leidensdruck, weil die Unterschiede zu gleichaltrigen Kindern noch nicht sichtbar seien.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Richtlinien und Leitfäden zur Förderung von Säuglingen und Kleinkindern sind dringend erforderlich, um den verbesserten Diagnosemöglichkeiten durch das Screening Rechnung zu tragen. Bislang werden Neugeborenenhörscreenings nur in einigen Bundesländern erfolgreich durchgeführt. In der bayerischen Oberpfalz beispielsweise konnten dadurch schon im Alter von durchschnittlich 4,3 Monaten entsprechend Diagnosen gestellt werden.

Bislang lag das Diagnosealter zwischen 6,4 bis 31,4 Monaten. Die Forscher fordern deswegen eine Ausweitung dieser Tests: "Bei einer flächendeckenden Umsetzung der Screenings würden Säuglinge und Kleinkinder mit Hörschädigungen zukünftig eine deutlich verbesserte Sprachentwicklung zeigen," resümieren sie.

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München