Hüftgelenksverschleiß in jungen Jahren

Wenn medikamentöse oder physiotherapeutische Methoden bei einer starken, rheumatischen Erkrankung des Hüftgelenks nicht zur gewünschten Schmerzlinderung führen, bleibt als letzter Ausweg nur eine Operation, um die Funktionsfähigkeit des Gelenkes zu erhalten. Die Lebensdauer von Hüftendoprothesen beträgt heutzutage durchschnittlich 15 bis 20 Jahre.

"Wird bei jüngeren Menschen bereits ein Gelenkersatz implantiert, ist davon auszugehen, dass diese Implantate in ihrem weiteren Leben wieder ausgetauscht werden müssen, in der Regel durch ein etwas größeres Modell, das sich im geweiteten Knochen noch verankern lässt. Die Lebensdauer einer zweiten Prothese ist meist kürzer. Deshalb wird versucht, das natürliche Gelenk so lange wie möglich zu erhalten und bei jüngeren Patienten einen vollständigen Gelenkersatz so lange wie möglich hinauszuschieben", erklärt Oberarzt Dr. Machner.

Auf der Suche nach entsprechenden Alternativen hat sich neben der Entwicklung der so genannten Kurzschaftprothese bei Hüftgelenksoperationen ein weiteres knochenschonenderes Verfahren etabliert, dass seit etwa einem Jahr auch an der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg angewendet wird: Der Oberflächenersatz am Hüftgelenk. Bislang kommt diese Methode erst an wenigen deutschen Kliniken, zum Beispiel in Berlin, Köln und Dresden zum Einsatz.

"Anstatt wie bei der konventionellen Methode den ganzen Oberschenkelkopf zu ersetzen, wird nur der abgenutzte obere Hüftkopf abgefräst und sozusagen überkront, vergleichbar mit dem Kronersatz beim Zahn", so Dr. Machner. Damit ergäben sich nur minimale Knochenverluste.

Für den Patienten bedeutet dies, dass die Beweglichkeit der Hüfte nach dem Eingriff schneller wieder gegeben ist, sportliche Aktivitäten möglich sind und auch ein geringeres Lockerungsrisiko besteht.

MEDICA.de; Quelle: Universität Magdeburg