H1N1 und H3N2 zirkulieren auf Südhalbkugel

Foto: Globus

Die Virenstämme der Grippe
erreichen uns von der Südhalb-
kugel;©Thomas S/Pixelio.de

Auch wenn die Zahl respiratorischer Erkrankungen in zahlreichen Ländern der gemäßigten Zone auf der Südhalbkugel steigt, gibt es dort in der bisherigen Wintersaison nur eine geringe Aktivität der pandemischen als auch der saisonalen Influenza. In Südafrika habe es einen deutlichen Anstieg bei der Influenza-Nachweisrate gegeben. Im Land der Fußball-WM wurden hauptsächlich das saisonale Influenza Virus H3N2 sowie Viren vom B-Typ nachgewiesen.

Wir erinnern uns: In der vergangenen Grippesaison zirkulierte nicht nur bei uns, sondern schon zuvor auf der südlichen Erdhälfte primär das pandemische H1N1-Virus. Im Gegensatz zu Südafrika wurde in Chile hauptsächlich das neue H1N1-Virus nachgewiesen, H3N2 und B-Typen nur in geringer Zahl, so die WHO weiter. Allerdings seien nur fünf Prozent der Tests bei Patienten mit Atemwegserkrankungen positiv für Influenza gewesen.

Eine höhere Positivenrate gibt es in Asien. In Indien und Singapur liegt sie bei 16 Prozent. Auch hier sowie in Malaysia zirkulieren sowohl H1N1- als auch H3N2-Viren. Eine solche Cozirkulation beider Viren plus Grippeviren vom B-Typ wurde auch in Zentralamerika beobachtet. Damit sind die Influenzaraten auf der Südhalbkugel insgesamt noch niedrig, was nicht verwundert. Schließlich steht der Winter dort noch ziemlich am Anfang.

Die entscheidende Botschaft des WHO-Berichts lautet: Es zirkulieren auf der Südhalbkugel sowohl H1N1-, H3N2- als auch Viren vom B-Typ. Daraus leitet sich unmittelbar die Bedeutung der Influenza-Impfung für die kommende Grippesaison bei uns ab. Denn genau jene Viren, die jetzt im Süden zirkulieren, sind in der Vakzine enthalten: das neue H1N1-Virus, ein H3N2-ähnliches Virus und ein B-ähnliches Influenza-Virus. Die Vakzine ist wie die üblichen saisonalen Impfstoffe zusammengesetzt, nämlich mit 15 μg Antigen pro Impfstamm.


MEDICA.de; Quelle: Ärzte Zeitung