Das zeigt eine Untersuchung der „Women's Interagency HIV Study“ aus den Jahren 1994-1995 und 2001-2002. In der ersten Studienphase in den 90er Jahren gab es noch keine Wirkstoffe der hochwirkamen antiretroviralen Therapie. Das hatte sich in der zweiten Studienphase Anfang des neuen Jahrtausends geändert.

Inzwischen steht eine breite Palette von Proteasehemmern und verschiedenen Reverse-Transkriptase-Hemmern zur Verfügung, die das HI-Virus wirksam eindämmen können. So auch die vertikale Weitergabe des Virus von einer schwangeren Infizierten zu ihrem ungebornen Kind oder während des Geburtsvorgangs.

1994-1995 nahmen 569 HIV-negative Frauen und 2.012 Frauen mit einem positiven HIV-Test an dieser Studie teil. Die Frauen hatten ein Durchschnittsalter von 29 Jahren. Beim zweiten Teil der Studie waren es dann 405 HIV-negative und 476 HIV-positive Frauen im Durchschnittsalter von 33 Jahren.

In der ersten Studienphase kamen 42,4 Kinder pro 1.000 Personenjahren lebend auf die Welt, wenn die Frauen eine CD4-Zellzahl unter 200 hatten und 70,2 Kinder pro 1.000 Personenjahren bei CD4-Zellzahlen über 350.

In der HAART-Ära 2002-2003 waren diese Zahlen deutlich angestiegen: Nun konnten durchschnittlich 198,5 Kinder pro 1.000 Personenjahren lebend geboren werden bei CD4-Zellzahlen unter 200 und 142,6 bei Zellzahlen über 350. Im gleichen Zeitraum blieb die Zahl der Lebendgeburten bei den nicht-infizierten Frauen relativ konstant.

Experten rätseln über die Gründe für diesen deutlichen Anstieg der Lebendgeburten bei HIV-positiven Frauen. Dies ist wohl nicht nur der besseren Gesundheit der HIV-positiven Frauen geschuldet, sondern auch deren Wissen über die Möglichkeiten einer HIV-Behandlung. Soll heißen: Immer mehr HIV-infizierte Frauen trauen sich, schwanger zu werden.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology 2007, Vol. 196, S. 541.e1-541.e6