HAART hilft HIV-positiven Kindern

Spielen wie jedes andere Kind auch
© Hemera

Kurz nach dem Eindringen in den Körper wandert das HI-Virus in das zentrale Nervensystem, wo es deutliche Schäden anrichten und das zentrale Nervensystem stören kann. Gefährdet sind auch infizierte Kinder. Bevor die hochwirksame antiretrovirale Therapie (highly active antiretroviral therapy: HAART) eingeführt wurde, manifestierte sich die Infektion bei 50 bis 90 Prozent der Kinder in zentralnervösen Störungen. Häufig waren Störungen in der Sprache oder im Verhalten sowie motorische Auffälligkeiten. Seit der Einführung von HAART hat sich die Situation nach dem Eindruck vieler Ärzte gebessert. Systematisch untersucht wurde dies bislang aber nicht.

Dies holt jetzt eine Studie an den "Center for Mental Health Research on AIDS" an den National Institutes of Health (NIH) nach. Die Wissenschaftler stellten die Untersuchungen jetzt bei der XVI International AIDS Conference in Toronto, Kanada, vor.

Man untersuchte die neurologische Entwicklung von 54 HIV-positiven Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren, die vor der Einführung von HAART im Juni 1997 behandelt worden waren. 221 HIV-negative Kinder desselben Alters dienten als Vergleichsgruppe. Die infizierten Kinder gehörten zu einer prospektiven Kohortenstudie, die 1993 begonnen wurde.

Bei den ersten Tests im Alter von sechs Monaten zeigten sich zwischen den infizierten und nicht-infizierten Kindern signifikante Unterschiede in Bezug auf ihre kognitive und motorische Entwicklung. Je älter die Kinder wurden, desto mehr verschlechterte sich die neurologische Situation.

Dann verglichen die Wissenschaftler 91 HIV-positive Kinder, die nach 1993 mit HAART behandelt wurden, mit 838 HIV-negativen Kindern. Hier zeigte sich, dass die Kluft zwischen den infizierten und den gesunden Kindern in Bezug auf ihre neurologische Entwicklung wesentlich kleiner war.

MEDICA.de; Quelle: XVI International AIDS Conference 2006