Statine wurden bislang vor allem in Bezug auf ihre LDL-Cholesterin-senkenden Eigenschaften untersucht und geschätzt. Dass diese Wirkstoffgruppe auch HDL-Cholesterin heben kann, war bekannt, stand bislang aber nicht sehr im Vordergrund. Tatsächlich heben Statine den HDL-Spiegel im Blut um fünf bis 15 Prozent an. Offenbar ist der Einfluss dieser Substanzen auf das HDL ein unabhängiger Faktor, der zu den günstigen Effekten der Statine beiträgt.

Das zeigt eine Analyse von vier großen Studien, der REVERSAL-, ACTIVATE-, ASTEROID- und CAMELOT-Studien. Insgesamt 1.455 Patienten nahmen daran teil. Alle erhielten 18 bis 24 Monate lang einen Wirkstoff aus der Gruppe der Statine.

Bei jenen Patienten, bei denen der LDL-C-Spiegel auf weniger als die durchschnittlichen 87.5 Milligramm/dL gesenkt werden und die HDL-C-Spiegel um mehr als 7.5 Prozent angehoben werden konnten, verkleinerten sich die Atherome um mehr als fünf Prozent (p kleiner 0.001). In Bezug auf klinische Ereignisse gab es jedoch keinerlei Unterschiede.

Dies ist nach dem Wissen der Studienautoren eine der ersten Studien, die den HDL-hebenden Effekten der Statine einen eindeutigen und unabhängigen Benefit zuschreibt. Dass sich dieser Nutzen nicht auch klinisch positiv auswirkte und kardiovaskuläre Ereignisse dadurch nicht verhindert werden konnten, ist nach Ansicht der Studienleiter nicht verwunderlich: Die Fallzahl sei zu klein und die Nachbeobachtungszeit zu kurz, um einen solchen Nutzen zu messen. Weitere Studien müssen jetzt zeigen, ob sich der nachgewiesene Nutzen der Statine auch in diesem Sinne niederschlägt.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2007, Vol. 297, S. 499-508