Bild: Eine rote Schleife 
Die HIV-Präventionsmaßnahmen
sollen genauer auf Zielgruppen
ausgerichtet werden; © Amada44

Allerdings ist gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 (1.414) ein Rückgang um sechs Prozent zu beobachten. "Wir müssen die Entwicklung sorgfältig beobachten, auch die Präventionsbemühungen müssen auf hohem Niveau gehalten werden" sagt Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. Der neue Halbjahresbericht ist im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht worden und auf den RKI-Internetseiten abrufbar.

Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 64 Prozent nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), bei ihnen stieg die Zahl der Neudiagnosen erneut an, im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 um fünf Prozent. In Reaktion auf den anhaltenden Anstieg der Zahl der HIV-Neudiagnosen bei MSM hat eine Neuausrichtung der Prävention hin zu zielgruppengenaueren Maßnahmen begonnen.

Im ersten Halbjahr 2007 wurden 16 HIV-Infektionen bei Kindern und Neugeborenen diagnostiziert, die sich über ihre Mutter infiziert haben. Elf der Kinder wurden in Deutschland geboren. In zehn Fällen war der Mutter kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten worden. Im September 2007 hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Mutterschaftsrichtlinie aktualisiert: Ärzte sollen den HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen zukünftig jeder Schwangeren empfehlen und die Beratung dokumentieren.

Die Bestimmung der Zahl der HIV-Neuinfektionen pro Zeiteinheit (HIV-Inzidenz) ist methodisch schwierig und aufwändig. Die Meldungen über HIV-Neudiagnosen dürfen weder mit der HIV-Inzidenz noch mit der HIV-Prävalenz (Anzahl der zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehenden HIV-Infektionen) gleichgesetzt werden. Die Meldungen über HIV-Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und -Test zeitlich weit auseinander liegen können.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut