Seit einiger Zeit gibt es einen Impfstoff gegen das Humane Papillomavirus (HPV), welches sich gegen die Subtypen 16 und 18 des HPV richtet. Von beiden Typen weiß man, dass sie Zervixkarzinome verursachen können. Die Wirksamkeit des Impfstoffs wurde in zahlreichen Versuchen bestätigt. Allerdings war bislang noch nicht ausreichend sicher, wie weit HPV 16/18 tatsächlich bei invasiven und präinvasiven Zervixkarzinomen verbreitet ist. Würde sich herausstellen, dass zahlreiche Tumoren von anderen Subtypen verursacht würden, wäre auch eine erfolgreiche Impfung gegen HPV 16/18 machtlos.

In einer Meta-Analyse hat jetzt Dr. Jennifer S. Smith von der University of North Carolina, Chapel Hill, USA, diese Frage untersucht. Dazu zog sie 130 Studien aus der ganzen Welt heran, in denen insgesamt 14.595 Fälle von invasiven Zervixkarzinomen (ICC) untersucht worden waren. Auch 7.094 hochgradige squamöse intraepitheliale Läsionen (HSIL) waren noch einmal analysiert worden. Die Studien wurden in den Jahren 2002 bis 2006 in Afrika, Asien, Europa, Nordamerika, Ozeanien und Zentral- sowie Südamerika durchgeführt.

Die Meta-Analyse beweist, dass HPV 16 weltweit die höchste Prävalenz bei invasiven Zervixkarzinomen hat, HPV 18 die zweithöchste Prävalenz. Kombiniert HPV 16/18 kamen mit 74 bis 77 Prozent in Europa häufiger vor als in Afrika, Asien und Zentral- sowie Südamerika, wo sie für 65 bis 70 Prozent aller invasiven Zervixkarzinome verantwortlich sind. Die HPV 16/18-Prävalenz bei HSIL betrug 52 Prozent. Insgesamt waren die HPV-Subtypen in HSIL weltweit deutlich unterschiedlicher verteilt als beim invasiven Zervixkarzinom.

Die HPV Subtypen 31, 33, 35, 45 und 52 sowie 58, die von der Impfung nicht erfasst werden, haben weltweit ungefähr gleich hohe Prävalenzraten. Ihre Bedeutung differiert jedoch regional etwas.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2007, Vol. 121, S. 621-632