Das zeigen vorläufige Ergebnisse einer großen, internationalen Phase-III-Studie, die von der HPV PATRICIA–Studiengruppe vorgelegt wurden. 18.644 Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren nahmen daran teil. Zu Beginn der Studie, nach einem und sechs Monaten erhielten sie randomisiert entweder einen HPV 16/18-Impfstoff oder einen Impfstoff gegen Hepatitis A. Die HPV 16/18-Vakzine ist ein neuer Impfstoff, der einem bereits erhältlichen Impfstoff ähnelt.

Zum Zeitpunkt der ersten Zwischenergebnisse hatte man die Frauen durchschnittlich 14,8 Monate nachverfolgt. In der Gruppe der HPV 16/18-geimpften Frauen traten in diesem Zeitraum zwei Fälle intraepithelialer Neoplasien im Stadium CIN2+ auf. In der Kontrollgruppe, die gegen Hepatitis A geimpft worden war, waren es dagegen 21 Fälle. Beide Fälle in der Verumgruppe und zwölf der 21 Fälle in der Kontrollgruppe betrafen Neoplasien, an denen verschiedene onkogene HPV-Subtypen beteiligt waren.

Daraus kann man errechnen, dass die HPV-Vakzine eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent gegen Neoplasien im Stadium CIN2+ hat, an denen HPV 16 und 18 beteiligt sind (p kleiner 0.0001). Sechs und zwölf Monate nach der Impfung beträgt die Wirksamkeit dagegen nur noch 80,4 Prozent beziehungsweise 75,9 Prozent.

Nach Ansicht der Studienleiter reicht dies aus, um sagen zu können, dass dieser Impfstoff sich zur Prophylaxe von Zervixkarzinomen eignet, an denen HPV 16 und 18 beteiligt ist. Der Impfstoff ist nach dem Urteil der Studienleiter effektiv, wird gut vertagen und führt zu einer guten Immunantwort.

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der Nachverfolgungszeitraum mit durchschnittlich 14 Monaten sehr kurz war. Längere Untersuchungen sollen nun die Langzeitwirksamkeit untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 369, S. 2161-2170