Wissenschaftler fanden heraus, dass sich mit veränderten Nachweismethoden für das Zervixkarzinom ein besserer Schutz über einen längeren Zeitraum erzielen lässt. Ein interdisziplinäres Team verglich über fünf Jahre bei 4.000 Frauen die Aussagekraft des derzeit gebräuchlichen Pap-Tests und des Nachweises von humanen Papillomviren (HPV). In einer vorangegangenen Studie konnten die Forscher bereits nachweisen, dass ein HPV-Test deutlich mehr Frauen mit einer Präkanzerose oder einer Krebserkrankung erkennt als der Pap-Test.

In einem zweiten Schritt wurden mit der aktuellen Studie vor allem die prognostische Aussagekraft der beiden Nachweismethoden verglichen. Die Wissenschaftler gingen der Frage nach, wie sicher die Entwarnung in Sachen Gebärmutterhalskrebs nach einem negativen Pap-Test oder einem negativen HPV-Test für die nächsten Jahre ist. Das Ergebnis zeigt: Frauen mit einem negativen HPV-Test erkranken auch in den nächsten fünf Jahren seltener an Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen als Frauen mit einem negativen Pap-Test.

Sind beide Tests negativ, was auf 90 Prozent der Frauen zutraf, ist die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose Zervixkarzinom in den nächsten fünf Jahren fast Null. Nach einem positiven HPV-Test beträgt die Wahrscheinlichkeit für Krebs zwei Prozent, für eine Krebsvorstufe 36 Prozent. Die Studienergebnisse zeigen, dass sich die Krebsvorsorge durch die Kombination beider Nachweismethoden an das Erkrankungsrisiko einer Frau anpassen lässt. Werden Papillomviren nachgewiesen, sollte engmaschig kontrolliert werden, fallen beide Tests negativ aus, kann die Vorsorge in größeren Abständen als bisher durchgeführt werden. Das kann zu einer erheblichen Verbesserung der Vorsorgeuntersuchungen führen und die Zahl der bisher übersehenen Erkrankungsfälle verringern.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2005, Vol. 116, S. 136-143