Weltweit erkranken jährlich 400.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, der nach Brustkrebs zweithäufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Gebärmutterhalskrebs wird unter anderem durch die Hochrisiko-Typen des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. Man schätzt, dass sich rund 80 Prozent aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben mit HPV infizieren. In der Mehrzahl der Fälle heilt die Infektion jedoch ohne gesundheitliche Folgen von allein aus. Eine persistierende Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen führt jedoch zu Zellveränderungen, die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Mehr als 10.000 Frauen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren nahmen jetzt an der Studie "Canadian Cervical Cancer Screening Trial" (CCCaST) teil. Die Autoren unter Leitung von Marie-Hélène Mayrand, Abteilung für Onkologie, Epidemiologie und Biostatistik von der McGill Universität, Montreal, konnten eine Sensitivität des HPV-Tests von 94,6 Prozent für die Identifikation gefährdeter Frauen mit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und Krebs zeigen. Beim Pap-Test wurden lediglich 55,4 Prozent der Fälle identifiziert.

Damit weist der HPV-Test als alleiniger Screeningtest Krebsvorstufen oder Krebs am Gebärmutterhals um fast 40 Prozent zuverlässiger nach als die konventionelle zytologische Untersuchung (Pap-Test).

Neben der deutlich höheren Sensitivität des HPV-Tests konnte mit dieser Studie auch gezeigt werden, dass die Spezifität nur geringfügig niedriger ausfällt als beim Pap-Test (94,1 Prozent versus 96,8 Prozent).

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 357, S. 1579-1588