Haifischknorpel wird seit Jahren als alternatives Heilmittel zur Krebsbekämpfung angeboten. Anhänger behaupten, dass Knorpel als avaskuläres Gewebe Gewebefaktoren beinhalten müsste, welches die Angiogenese von Tumoren hemmt. Außerdem kommt Krebs bei Haifischen tatsächlich sehr selten vor. Dennoch war Haifischknorpel aber schon immer umstritten in seiner Wirksamkeit. Zu Recht, wie eine Studie zeigt, die jetzt beim Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurde. Demnach zeigt Haifischknorpel zumindest beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom keinerlei Wirkung.

An dieser Untersuchung, die in den 90er Jahren begann, nahmen 384 Patienten teil. Alle litten an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im Stadium 3. Die Patienten erhielten entweder Carboplatin und Paclitaxel oder Cisplatin und Vinorelbin, gegebenenfalls mit Radiotherapie kombiniert. Randomisiert gaben die Ärzte entweder zwei mal täglich 120 mL flüssigen Haifischknorpel dazu oder Placebo.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 3.7 Jahren gab es zwischen beiden Gruppen keinen Unterschied im durchschnittlichen Überleben: So überlebten die Patienten mit dem Haifischknorpelprodukt als Zusatz durchschnittlich 15.6 Monate, mit Placebo 14.4 Monate (p gleich 0.73). Auch in Bezug auf die Tumorgröße oder andere klinische Parameter konnten die Patienten von dem Haifischknorpelprodukt nicht profitieren.

Damit ist nach Ansicht der Studienleiter klar bewiesen, dass Haifischknorpel keinen Nutzen bei Neoplasien hat. Ärzte können nun bei entsprechenden Anfragen ihrer Patienten darauf hinweisen, dass bislang alle ernsthaften wissenschaftlichen Studien zu Haifischknorpeln negativ ausfielen.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology 43rd Annual Meeting Abstract 7527