Die meisten Menschen verfügen inzwischen über ein "Handy", ein mobiles Telephon also. Damit steigt auch der Druck auf die Menschen, überall erreichbar zu sein beziehungsweise überall über alle wichtigen Daten verfügen zu müssen. Für einige Menschen stellt dies ein psychisches Problem dar. Sie fühlen sich unter Druck oder entwickeln eine „Handy-Abhängigkeit“. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass solche Menschen nicht entspannen können, wenn ihr Handy keinen Empfang hat.

Es gibt durchaus Patienten, die unbewusst versuchen, ihre seelischen und psychischen Probleme durch ständiges Telefonieren mit dem Handy zu lösen, behaupten Dr. Lisa J. Merlo und Dr. Amanda M. Stone von der University of Florida in Gainesville, USA. Sie haben dies bei 183 Patienten untersucht und das Ergebnis ihrer Studie jüngst beim „Anxiety Disorders Association of America 28th Annual Meeting“ vorgestellt.

66,1 Prozent der Probanden waren Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 75 Jahren. Alle Probanden besaßen ein Handy, durchschnittlich 7,2 Jahre lang. Die Studienteilnehmer erklärten sich bereit, einen Fragebogen zur Nutzung ihres Handys auszufüllen. Außerdem fragten die Studienleiterinnen nach Symptomen, die auf eine Angststörung hindeuten könnten.

Beim Vergleich der Ergebnisse zeigte sich ganz klar, dass die Hinweise auf eine Handy-Abhängigkeit mit Symptomen einer Angststörung korrelieren: Jene Personen also, für die ihr Handy weit mehr war als nur ein Telephon, beschrieben in den entsprechenden Fragebögen auch häufiger Ängste, die auf eine Angststörung hinweisen. Nun sollen weitere Studien zeigen, ob der Handy-Abhängigkeit und den Angststörungen die selben psychischen Mechanismen zu Grunde liegen oder ob die Angststörung möglicherweise eine Folge der Abhängigkeit ist – beziehungsweise umgekehrt.

MEDICA.de; Quelle: Anxiety Disorders Association of America 28th Annual Meeting Poster 55