Handys als Gesundheitsberater

Foto: Handy guckt aus der Hosentasche einer Jeans

Kaum ein Jugendlicher ohne sein
Handy - das kann zu Forschungs-
zwecken genutzt werden; © SXC

Das Handy als ständiger Begleiter der Kinder erfasst mittels eines integrierten Bewegungssensors deren körperliche Aktivität. Neu entwickelte und im Handy integrierten Algorithmen erfassen die physische Aktivität, erkennen Bewegungsmuster und unterscheiden zwischen den einzelnen Bewegungszu- ständen wie beispielsweise „Ruhe“, „Laufen“, „Hüpfen“ oder „Radfahren“.

Misst der Sensor über einen längeren Zeitraum am Tag keine oder unzureichende körperliche Aktivität, wird das betroffene Kind von seinem Handy darauf aufmerksam gemacht. Umgekehrt erhält es eine Art digitales Geschenk, wenn es besonders aktiv war. So erhalten die Kinder regelmäßig eine Rückmeldung zu ihrem Verhalten und schärfen ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise.

Ein weiterer Vorteil dieser Form der Eigenbeobachtung: Die Patienten brauchen künftig keine handschriftlichen Ernährungsprotokolle mehr führen. Im Gegensatz zu solchen Listen kann mit dem Handy die Nahrungsaufnahme lückenlos und zeitgetreu erfasst werden, da die Kinder jede einzelne Mahlzeit mit der Handykamera fotografieren können. Ähnlich wie Sachverständige mit Fotos ihre Gutachten erstellen, wird nun vom Patienten selbst mittels Fotografieren des Essens die Ernährungssituation erfasst. Die Bilder sollen elektronisch an den Ernährungsberater geschickt werden, und von diesem später gemeinsam mit den Kindern ausgewertet werden.

In einer Studie mit übergewichtigen Teenagern werden die Handys demnächst zum Einsatz kommen. Die Forscher untersuchen und bewerten die Ernährungs- und Bewegungssituation von adipösen Kindern zwischen 11 und 17 Jahren – mit Hilfe des Handys.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung