So war die Anzahl der früh erkannten und damit gut behandelbaren Hauttumoren des mit mehr als 366.000 Teilnehmern des Projektes höher als erwartet. Alles spräche dafür, den Hautkrebs-Test ab dem 20. Lebensjahr bundesweit einzuführen, so Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Dr. Gitta Trauernicht.

"Über 3.000 frühzeitig entdeckte bösartige Hautkrebserkrankungen in Schleswig-Holstein in einem Jahr, das sind 3.000 größere Chancen auf Heilung. Und über 366.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten das Projekt zur weltweit größten Studie zur Hautkrebsprävention. Das ist ein großer Erfolg und ein weiteres gesundheitspolitisches Plus sowohl für das Land als auch für die Patientinnen und Patienten. Die Konsequenz aus diesen Ergebnissen kann nur heißen: Der Hautkrebs-Test muss Kassenleistung werden", sagt Trauernicht.

"Werden die Ergebnisse berücksichtigt, liegt die bundesweite Häufigkeit von Hautkrebs wahrscheinlich wesentlich höher als bisher angenommen," so Professor Dr. Eckhard Breitbart, Zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention.

44 Prozent der beim Hautkrebs-Test entdeckten Melanome wurden so frühzeitig erkannt, dass sie problemlos durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt werden konnten. Weitere Schäden konnten dadurch verhindert und die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen schnell wieder hergestellt werden.

Langfristig wurden dadurch die Kosten für umfangreiche und aufwändige Behandlungen im späteren Stadium der Hautkrebserkrankung, wie zum Beispiel rekonstruktive Eingriffe, Chemo- und Immuntherapie, eingespart.

Dr. Klaus Bittmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), formuliert nach diesen Erkenntnissen eine klare Forderung: "Das Screening auf Hautkrebs muss Kassenleistung werden."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.