Bei dem neuartigen Verfahren wird laut ersten Ergebnissen einer internationalen Studie, die von Professor Dr. Thomas Proebstle an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg geleitet wird, das umliegende Gewebe stärker geschont als bei bisherigen Behandlungsmethoden. Die erweiterten Gefäße werden mit Hilfe eines in die Vene eingeführten Katheters ("Closure Fast Katheter"), dessen Spitze durch Radiowellen erhitzt wird, verschlossen. Nach Erwärmung auf ca. 120 Grad schrumpft und kollabiert die Krampfader.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen die Gefäße ebenfalls von innen verschlossen werden, zum Beispiel durch Laser, gelangt weder Strom noch Laserenergie außerhalb des behandelten Gefäßes in den Körper des Patienten. Das Verfahren ist daher noch schonender und zudem schneller in der Anwendung.

Die eigentliche Behandlung der Vene mit dem so genannten "Closure Fast Katheter" benötigt in der Regel nur noch 2 bis 3 Minuten und kann ambulant in örtlicher Betäubung unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden. Im Vergleich mit gängigen Behandlungen ist die neue Methode mit weniger Nebenwirkungen verbunden: Es kommt seltener zu Blutergüssen, das kosmetische Resultat unmittelbar nach dem Eingriff ist ansprechender, die Schmerzen nach dem Eingriff sind geringer und Arbeitsfähigkeit besteht in der Regel bereits wieder am Tage nach dem Eingriff.

Krampfadern, im medizinischen Jargon auch Varizen genannt, sind ein weit verbreitetes Problem: Etwa jeder zweite leidet daran, und jeder fünfte davon muss sich im Lauf seines Lebens deswegen einem Eingriff unterziehen. Vor allem Frauen sind von der Bindegewebeschwäche betroffen. Dabei geht es nicht nur um kosmetische Korrekturen, sondern auch um die Beseitigung eines ernsthaften medizinischen Risikos. Denn in den erschlafften Venen kann sich das Blut stauen, ein akuter Gefäßverschluss durch einen Thrombus oder gar eine Lungenembolie drohen. Deshalb sollte der Gefahrenherd beseitigt werden - und dies möglichst nachhaltig, aber schonend.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg