Sie teilt sich den Preis mit Dr. Jozsef Janszky aus Ungarn. Der Michael-Preis ist einer der wichtigsten internationalen Auszeichnungen auf dem gesamten Gebiet der Epilepsie-Forschung. Potschka erhielt die Auszeichnung für ihre herausragenden Untersuchungen zu Resistenzen gegenüber Epilepsie-Arzneimitteln.

Schwerpunkt der Arbeiten von Juniorprofessorin Potschka ist die Erforschung der Ursache von Epilepsien sowie die Entwicklung neuer Strategien zur Therapie dieser bedeutenden neurologischen Erkrankung. Im Fokus steht dabei die Frage, warum bei vielen Epilepsiepatienten die Anfälle nicht durch die eingesetzten Antiepileptika kontrolliert werden können. Die Resistenz gegenüber Antiepileptika ist ein großes klinisches Problem, das etwa 30% der Epilepsiepatienten in der Veterinär- und Humanmedizin betrifft. Die Mechanismen dieser Resistenz sind noch weitestgehend ungeklärt.

Seit einigen Jahren wird diskutiert, ob so genannte Arzneimittel-Transporter bei resistenten Patienten verhindern, dass die Antiepileptika ihren Wirkort im Gehirn in ausreichender Konzentration erreichen. Diese Hypothese haben Potschka und ihre Kollegen in verschiedenen experimentellen Ansätzen überprüft. Es gelang ihnen nachzuweisen, dass Arzneimittel-Transporter die Antiepileptika abfangen und so den Übertritt in das Gehirn limitieren können.

Zudem konnten sie zeigen, dass nach epileptischen Anfällen Arzneimittel-Transporter in den betroffenen Gehirnregionen vermehrt gebildet werden. Eine Bestätigung der Hypothese gelang zudem durch den Nachweis, dass im Fall einer Resistenz gegenüber Antiepileptika besonders hohe Konzentrationen dieser Transportermoleküle vorliegen. Die experimentelle Bestätigung der Hypothese bietet die Grundlage für die Erarbeitung neuer Strategien zur Therapie von Epilepsien, die zu einer Verbesserung der therapeutischen Situation führen könnten.

MEDICA.de; Quelle: Tierärztliche Hochschule Hannover