Heisenberg-Stipendium geht an Antje Ostareck-Lederer

Dr. Antje Ostareck-Lederer
© MLU Halle-Wittenberg

Die Laufzeit beträgt zunächst drei Jahre und kann auf fünf Jahre verlängert werden. Im Zusammenhang mit dem Heisenberg-Stipendium bewilligte die DFG außerdem einen Sachmittelantrag, der unter anderem die Finanzierung von zwei Doktoranden für drei Jahre beinhaltet.

Für Dr. Antje Ostareck-Lederer geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: "Mit dem Heisenberg-Stipendium und der Sachmittel-Finanzierung ist es mir jetzt möglich, eine unabhängige, eigenständige Arbeitsgruppe aufzubauen."

Forschungen auf dem Gebiet der Proteinsynthese haben bewiesen, dass die Übersetzung der genetischen Information der Zelle in die Aminosäuresequenz von Proteinen durch spezifische Proteine reguliert wird. "Die Frage, welche Bedeutung die chemische Modifizierung dieser regulierenden Proteine durch zelluläre Enzyme für ihre Funktion hat, wird Gegenstand unserer Untersuchungen sein" erläutert Dr. Ostareck-Lederer.

"Wir wollen herausfinden, wie chemisch veränderte Aminosäuren die Struktur der betreffenden Proteine und ihre Wechselwirkung mit anderen Molekülen beeinflussen. Derartige Modifikationen von Proteinen sind zum Beispiel bei der Entwicklung und Optimierung medizinischer Wirkstoffe von Bedeutung", so die Forscherin.

Erkrankungen sind oft auf eine Fehlregulation der Synthese zellspezifischer Proteine zurückzuführen. Informationen über die spezifischen Mechanismen der Regulation der Translation und damit der Proteinsynthese können zur Entwicklung von Wirkstoffen beitragen, die zur Kompensation oder Korrektur einer fehlerhafte Regulation direkt im Zielgewebe Verwendung finden.

Derartige therapeutische Strategien können sehr effektiv sein und sind, aufgrund der Selektivität der Wirkstoffe für zellspezifische Mechanismen, nur gegen die Zellen gerichtet, in denen die Störung der Proteinsynthese vorliegt.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg