Hemmung des Serotonin-Rezeptors bei Systemischer Sklerose

Foto: Bild von Blutplättchen

Die Gefäßveränderungen bei Syste-
mische Sklerose-Patienten führen
zu einer vermehrten Aktivierung von
Blutplättchen; © panthermedia.net/
Michael Kößling

Die Sklerodermie oder Systemische Sklerose (SSc) ist eine seltene Erkrankung und zählt unter den „rheumatisch entzündlichen Erkrankungen“ zu der Gruppe der Kollagenosen. Dabei kommt es zu einer vermehrten Ablagerung von Bindegewebsbestandteilen, sodass die Haut und die betroffenen Organe verhärten (Fibrose).

Als Folge dessen kommt es zu Funktionsausfällen, die zur hohen Morbidität und Mortalität beitragen. Neben diesen fibrotischen Veränderungen leiden die Patienten an einem fortschreitenden Verlust kleiner Blutgefäße. Warum es zum Ausbruch dieser komplexen und seltenen Erkrankung kommt, ist bisher noch nicht bekannt. Ungeklärt ist auch, ob der Verlust der Blutgefäße zum Fortschreiten der Fibrose beiträgt.

Die Gefäßveränderungen bei den Patienten führen zu einer vermehrten Aktivierung von Blutplättchen. Hierbei werden große Mengen Serotonin ausgeschüttet und der Spiegel von Serotonin im Blut und im Gewebe steigt an.

„Wir konnten mittels Zellkulturversuchen und in experimentellen Modellen zeigen, dass das von Blutplättchen freigesetzte Serotonin die Synthese von Bindegewebsbestandteilen stark steigert. Die stimulierenden Effekte von Serotonin werden dabei ausschließlich über einen einzelnen Rezeptor, den Serotonin-Rezeptor 5HT2B, vermittelt. Eine Hemmung der Freisetzung von Serotonin aus Blutplättchen oder eine selektive Hemmung des 5HT2B-Rezeptors konnte der Fibroseentwicklung in mehreren experimentellen Modellen vorbeugen“, erläutert Distler.

Somit haben die Erkenntnisse der Wissenschaftler direkte klinische Implikationen. Damit könnte die Hemmung des Serotonin-Rezeptors ein viel versprechender neuer therapeutischer Ansatz zur Behandlung der Systemische Sklerose sein. Die erste Machbarkeitsstudie läuft bereits.



MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg