Hemmung von Enzymgruppe unterdrückt Lungenfibrose

Foto: Abbildung von Lungenflügel

Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff
für über 100 Einzelerkrankungen und
führt zu Lungenversagen; © panther-
media.net / Vishukumar Sivaraman

Lungenfibrose oder diffusen interstitiellen Lungenkrankheit ist ein Sammelbegriff für über 100 Einzelerkrankungen, die auf ähnlichen pathophysiologischen Entstehungsprozessen beruhen. Zu den wichtigsten Symptomen gehört die Versteifung der Lungenarchitektur durch vermehrte Bildung von Bindegewebe. Lungenfibrose führt zu Lungenversagen. Eine Lungentransplantation ist bisher die einzige therapeutische Option.

Einem Team von Lungenforschern in Gießen/Marburg und München ist es gemeinsam mit Kollegen vom Medical Research Council in London gelungen, einen neuen therapeutischen Ansatz für Lungenfibrose zu identifizieren: die Enzymgruppe der Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolasen. Diese Enzyme können asymmetrisches Dimethylarginin verstoffwechseln und nehmen damit Einfluss auf Stickoxid- und Sauerstoffradikalbildung. Über diesen und weitere Mechanismen induzieren sie die abnorme Zunahme von Bindegewebe in der Lunge. Durch Hemmung dieser Enzymgruppe gelang es, die Ausbildung der Lungenfibrose zu unterdrücken.

Profesor Werner Seeger, Leiter des gemeinsamen Lungenzentrums der Universitäten Gießen und Marburg und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, unterstreicht die Bedeutung der standortübergreifenden Kooperation für diese Erkenntnisse: „Die Zusammenarbeit, die zu diesen Ergebnissen geführt hat, zeigt, wie wichtig die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind: Sie tragen zur Weiterentwicklung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis bei. Dadurch, dass die Zusammenarbeit der Partner im DZL bereits etabliert ist, können wir unsere Arbeit direkt aufnehmen.“


MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt