Auf dem „35th Critical Care Congress of the Society of Critical Care Medicine” wurde jetzt das Ergebnis der “Xigris and Prophylactic Heparin in Severe Sepsis (XPRESS)“-Studie vorgestellt. Hintergrund dieser Studie waren frühere Erfahrungen, wonach Heparin die Wirksamkeit von Drotrecogin herabsetzen könnte. In der PROWESS-Studie war nachgewiesen worden, dass Drotrecogin die Mortalität bei Patienten mit Sepsis deutlich senken kann. 85 bis 90 Prozent aller Patienten auf Intensivstationen erhalten Heparin als Thromboseprophylaxe.

XPRESS war eine internationale, multizentrische Studie, an der etwa 1.900 Patienten mit einer schweren Sepsis und einem hohen Mortalitätsrisiko teilnahmen. Alle erhielten Drotrecogin. Randomisiert wurden die Patienten einer von drei Studiengruppen zugeteilt und erhielten entweder mechanische Thromboseprophylaxe oder unfraktioniertes Heparin oder niedrig-molekulares Heparin während der 96-stündigen Infusion von Drotrecogin.

In den Gruppen mit und ohne Heparin war die Mortalität innerhalb der ersten 28 Tage vergleichbar. Sie lag bei etwa 31 Prozent. Auch die Zahl thrombotischer Ereignisse unterschied sich nicht signifikant in beiden Behandlungsgruppen (Drotrecogin plus Heparin: 4,6 Prozent versus 5,1 Prozent in der Kontrollgruppe). Unter der Kombination beider Wirkstoffe war zudem die Zahl unerwünschter Wirkungen wie Blutungen nicht höher als unter Drotrecogin alleine.

Die Studienleiter stellen klar, dass ihre Untersuchung nicht nachweisen kann, dass die Kombination aus Heparin und Drotrecogin der alleinigen Gabe von Drotrecogin überlegen ist. Dazu war XPRESS nicht ausgelegt. Allerdings beweist die Studie auch klar, dass Ärzte gefahrlos Heparin dem Drotrecogin zugeben können, ohne dessen Wirksamkeit zu gefährden.

MEDICA.de; Quelle: 35th Critical Care Congress of the Society of Critical Care Medicine Sepsis Late-Breaker