Herceptin senkt die Rückfallquote

Mit Herceptin werden Brustkrebs-
zellen in Schach gehalten
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Die Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen beteiligte sich an der weltweiten Herceptin-Studie ("HERA") und an der deutschen Herceptin-Studie "TECHNO" mit der größten Studiengruppe. "Wir konnten nachweisen, dass die Rückfallquote beim Brustkrebs durch die Herceptin-Gabe in Kombination mit einer Chemotherapie halbiert werden konnte", erklärt Prof. Beckmann, Direktor der Frauenklinik.

"Damit können wir frühzeitig vielen Patientinnen mit einem besonders aggressiven Brustkrebs hohe Überlebenschancen bieten", sagt Beckmann. Seit drei Jahren untersucht er Brustkrebspatientinnen, die sich im frühen Krankheitsstadium an den Studien beteiligen.

"Der künstliche Eiweiß-Wirkstoff Herceptin kann ungefähr jeder vierten Patientin helfen, deren Tumor bestimmte Eigenschaften aufweist", so Beckmann. Diese besonderen Eigenschaften, die nur in einem Spezial-Labor exakt bestimmt werden können, ließen den Tumor besonders aggressiv wuchern. Herceptin blockiere dieses Wachstum und habe wahrscheinlich auch eine Krebszellen zerstörende Wirkung.

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 18.000 von 47.500 an Brustkrebs erkrankter Frauen. 12.000 Frauen kann künftig sicher geholfen werden, so die Prognose der Ärzte. "Herceptin sollte möglichst sofort von der Erstdiagnose an eingesetzt werden", rät Beckmann. Nebenwirkungen könnten allerdings bei Frauen mit schwachem Herzen auftreten, warnte der Facharzt.

Im Unterschied zu den Patientinnen, die kostenlos an der nächsten Herceptin-Studie in der Frauenklinik ab September 2005 teilnehmen können, kommen auf andere Frauen derzeit noch hohe Kosten zu. Die Herceptin-Behandlung kostet rund 2000 bis 3000 Euro pro Monat und dauert in der Regel ein Jahr. Bis das Arzneimittel offiziell zugelassen worden ist, übernehmen die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen die Behandlungskosten.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg