Herpes-Viren-Therapie bei Kopf- und Nacken-Krebs

Das Virus wurde für die Behandlung so programmiert, dass es in Krebszellen eindringt – diese also von innen heraus zerstört –, gesunde Zellen jedoch nicht angreift. Gleichzeitig stimuliert der Virus das Immunsystem der Krebskranken, indem es ein aktivierendes Protein produziert.

An insgesamt 17 Patienten wurde die Behandlung getestet. Die Patienten erhielten insgesamt vier Injektionen in krebsbefallene Lymphknoten. Gleichzeitig erhielten sie nach standardmäßig eine Strahlen- und Chemotherapie. Bei 14 Patienten war nach der Behandlung ein Rückgang ihrer Krebszellen im Kopf- und Nackenbereich durch Scans nachweisbar. Bei 93 Prozent konnten die Ärzte nach Entfernung der Lymphknoten keine Tumorzellen mehr feststellen, nach durchschnittlich 29 Monaten waren 82,4 Prozent der Patienten noch am Leben. Lediglich 2 von 13 Patienten erlitten nach der Behandlung ein Rezidiv.

„Mit der standardmäßigen Chemo- und Bestrahlungstherapie beträgt die Rückfallquote für Kopf-Hals-Karzinome innerhalb von zwei Jahren etwa 33 bis 55 Prozent“, sagt Studienleiter Kevin Harrington. Die Behandlung ist laut Aussage der Forscher deshalb bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung geeignet. Weitere Studien mit größeren Fallzahlen müssten jedoch folgen.

Zum Krebs im Kopf- und Nackenbereich zählen Erkrankungen des Mundes, der Zunge und des Rachens. Weltweit sind jährlich bis zu 650.000 Menschen von dieser Krebsform betroffen. Rund 350.000 Patienten erliegen jährlich der Erkrankung.


MEDICA.de; Quelle: The Institute of Cancer Research / The Royal Marsden NHS Foundation Trust