Die herkömmlichen Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) werden weltweit häufig eingesetzt, um Schmerzen zu bekämpfen, gerade auch im orthopädischen Bereich. Teilweise erhebliche gastrointestinale Nebenwirkungen schränken den Einsatz der NSAR jedoch ein. Die Wirkstoffgruppe der selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer) ist angetreten, um die Nebenwirkungen bei gleicher Wirksamkeit zu begrenzen. In jüngster Zeit wurden jedoch Befürchtungen laut, COX-2-Hemmer könnten einen negativen Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko haben.

Wissenschaftler der University of Oxford haben nun in einer Meta-Analyse den Einfluss der selektiven COX-2-Hemmer auf das kardiovaskuläre Risiko untersucht und mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Diclofenac – klassischen NSAR – verglichen. In diese Meta-Analyse bezogen sie Studien aus den Jahren 1966 bis 2005 ein. Sie fanden 138 passende randomisierte Studien, an denen etwa 145.000 Probanden teilgenommen hatten.

Die Meta-Analyse zeigt, dass das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, unter COX-2-Hemmer-Einnahme bei 1,2 Prozent pro Jahr liegt; unter Placebo dagegen nur bei 0,9 Prozent pro Jahr (relatives Risiko: 1.42, p gleich 0.003). Diese Risikoerhöhung ist fast ausschließlich auf zusätzliche Myokardinfarkte zurückzuführen. Das Schlaganfallrisiko blieb nahezu unverändert.

Beim Vergleich mit Ibuprofen und Diclofenac zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede. Allerdings sind unter den COX-2-Hemmern die Schlaganfälle seltener (relatives Risiko: 0.62, p gleich 0.03). Im direkten Vergleich zu Naproxen zeigte sich jedoch ein signifikanter Nachteil für die COX-2-Hemmer: Das relative Risiko für ein vaskuläres Ereignis, insbesondere Myokardinfarkt, steigt auf 1.57. Die Rate der Schlaganfälle unterschied sich auch bei diesem Vergleich nicht wesentlich zwischen den beiden Wirkstoff.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 1302-1305