Das Rauchverbot gilt in Deutschland fast flechendeckend. Begründet wird das vor allem mit der Gesundheitsgefährdung durch Passivrauch in Gaststätten und Kneipen.

Offensichtlich ist diese Vermutung richtig. Darauf weist jedenfalls eine Studie hin, die in Italien durchgeführt wurde. Seit 2005 ist in Rom das Rauchen in Gaststätten und Kneipen sowie am Arbeitsplatz untersagt. Dr. Giulia Cesaroni hat mit ihrer Arbeitsgruppe untersucht, wie viele Fälle eines akuten koronaren Ereignisses zwischen dem Jahre 2000 und 2005 – also im halben Jahrzehnt vor der Einführung des Rauchverbots – in Rom auftraten und wie viele es im Jahr danach waren.

Die Zahl solcher koronaren Ereignisse sank im ersten Jahr nach Einführung des Rauchverbots um 11,2 Prozent in der Gruppe der 35- bis 64-Jährigen. Bei Personen zwischen 65 und 74 Jahren sank die Quote um 7,9 Prozent. Personen über 75 Jahre dagegen profitierten nicht. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ältere Menschen nur selten Bars oder Gaststätten besuchen.

Am meisten profitierten Männer vom Rauchverbot und Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status. Als Gründe vermutet die italienische Forschergruppe, dass Personen mit einem niedrigen Sozialstatus eher von Rauchern am Arbeitsplatz umgeben sind.

Außerdem erbrachte die Studie noch ein interessantes Nebenergebnis: Ein Rauchverbot senkt nicht nur die Schäden durch Passivrauch sondern erleichtert auch das Aufhören. Im Untersuchungszeitraum sank die Zahl der männlichen Raucher von 34,9 auf 30,5 Prozent und bei den Frauen von 20,6 auf 20,4 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2008, Vol 117, S. 1183-1188