Herzerkrankung kann Epilepsie verursachen

Manchmal misst man am Herzen
auch das Hirn; © Hemera

Epileptische Anfälle können ganz verschiedene Ursachen haben. Unter anderem sind das Hirnverletzungen, Hirntumoren, Schlaganfälle, Blutungen oder Stoffwechselstörungen, aber auch angeborene Gehirnveränderungen, Sauerstoffmangel oder Geburtsschäden. Oft können aber bei Krampfleiden auch gar keine Ursachen festgestellt werden.

In interdisziplinärer Zusammenarbeit haben Neurologen und Kardiologen des Uniklinikums Jena gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Münster bei einer Patientin eine erbliche Herzerkrankung als Ursache wiederkehrender generalisierter Krampfanfälle identifizieren können.

"Im dargestellten Fall einer Patientin, die nach einem schweren Krampfanfall wiederbelebt werden musste, haben wir bei den Untersuchungen eine erbliche Herzerkrankung festgestellt", erläutert der Jenaer Neurologe Prof. Dr. Stefan Isenmann. Diese verursachte wiederholt Kreislaufstillstände, die wiederum zu den Krampfanfällen führten. "Faktisch waren in diesem Fall die Krampfanfälle also eine Folge der familiären Herzerkrankung", so Isenmann.

Dank der Zusammenarbeit von Herz- und Hirnspezialisten konnte festgestellt werden, wer von den Familienangehörigen der Patientin durch die erbliche Herzerkrankung ebenfalls ein Risiko trägt. "Durch die Entdeckung der Krankheitsursache können die Betroffenen jetzt vorbeugend behandelt werden, um das Auftreten ähnlicher schwerer Ereignisse bei ihnen zu verhindern", so der Kardiologe Dr. Stefan Betge.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena