Herzfehler schneller erkennen

Für die Eltern ist die vorgeburtliche Diagnose eines Herzfehlers bei ihrem Kind zuerst meist ein Schock. Wenn sie von ihren Ärzten umfassend beraten werden, können sie sich jedoch frühzeitig besser auf die Situation nach der Geburt einstellen.

In Deutschland kommt etwa jedes hundertste Kind mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Vor der Geburt wird dieser mittels Ultraschall zum Teil bei der üblichen Schwangerschaftsvorsorge festgestellt, zum Teil bei der gezielten Abklärung einer Risikoschwangerschaft. "Ein erhöhtes Risiko für einen angeborenen Herzfehler beim Kind besteht, wenn ein solcher bereits bei der Mutter, dem Vater oder einem anderen Kind in der Familie vorgekommen ist", erklärt Professor Renate Oberhoffer, Kinderkardiologin im Deutschen Herzzentrum München.

Weitere Risikofaktoren seitens der Mutter sind Diabetes, auch Schwangerschaftsdiabetes, Viruserkrankungen wie Röteln in der Frühschwangerschaft, bestimmte rheumatische Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten wie Lithium sowie Mehrlingsschwangerschaften.

Eine genauere Herzdiagnostik beim Ungeborenen ist auch angezeigt, wenn im Ultraschall eine erhöhte Nackentransparenz (Nackenverdickung) beim Kind sichtbar ist oder andere Auffälligkeiten wie etwa Chromosomenanomalien festgestellt wurden. "In der Mehrzahl der Fälle", so Oberhoffer, "ermöglicht eine spezielle Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens, die fetale Echokardiographie, entweder einen Herzfehler auszuschließen oder ihn zuverlässig zu erfassen."

Wurde ein Herzfehler diagnostiziert, dann sollten der weitere Verlauf der Schwangerschaft, die Geburt und die unmittelbare Zeit danach von einem erfahrenen Team mit Ärzten aus verschieden Disziplinen begleitet werden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.