Herzfehler sind kein Grund, auf Kinder zu verzichten

Nachwuchs lässt von Herzdefek-
ten kaum beeindrucken
© Hemera

Das zeigt eine Untersuchung aus den Niederlanden, die jetzt beim Kongress der "European Society of Cardiology" (ESC) in Stockholm vorgestellt wurde. Diese Untersuchung war eine Sub-Studie der "Euro Heart Survey", an der europaweit Patienten mit acht bestimmten Herzdefekten teilnehmen. Analysiert wurde in dieser Studie unter anderem die Zahl der erfolgreichen Schwangerschaften, die mit der Geburt eines gesunden Babys endeten. Dabei verglichen die niederländischen Wissenschaftler Schwangerschaften von Frauen mit bestimmten kongenitalen Herzfehlern mit Schwangerschaften völlig gesunder Frauen in der niederländischen Bevölkerung.

Der Vergleich fällt beruhigend aus für die betroffenen Frauen: Während in der niederländischen Gesamtbevölkerung 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter mindestens ein gesundes Kind auf die Welt brachten, war es in der Gruppe der Frauen mit kongenitalen Herzfehlern 36 Prozent. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

Septumdefekte, Marfan-Syndrom, Aorten-Koarktationen, Fallot-Tetralogie und andere Herzfehler sind also kein Hindernis dafür, ein gesundes Kind auszutragen. Anders sieht es mit zyanotischen Herzerkrankungen aus. Diese führen weit seltener zu einer erfolgreichen Schwangerschaft, nämlich bei 18 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter. Möglicherweise liegt dies aber daran, dass solchen Frauen von einer Schwangerschaft generell abgeraten wird.

Unter dem Strich muss ein Herzfehler also nicht den Verzicht auf Mutterschaft bedeuten. Allerdings, so räumen auch die niederländischen Wissenschaftler ein, sollten solche Frauen erstens gut beraten und zweitens in der Schwangerschaft streng überwacht werden.

MEDICA.de; Quelle: European Society of Cardiology (ESC) Jahreskongress 2005, poster abstract FP 641