Bild: Das Brandenburger Tor 
An einem akuten Herzinfarkt
sterben die Deutschen am
seltensten in Berlin; © SXC

Von der zurückgehenden Sterblichkeit bei Herzerkrankungen profitieren nicht alle Deutschen in gleicher Weise. Das wird im Herbstbericht 2006 deutlich, der bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie präsentiert wurde.

Bremen, Hamburg, Baden-Württemberg und Berlin schneiden bei Faktoren wie Krankheits- und Todesfälle sehr günstig ab, besonders schlechte Werte im Vergleich zum Bundesdurchschnitt haben hier das Saarland, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. "Von einer auch nur in etwa gleichmäßigen Versorgungslandschaft für die analysierten Herzkrankheiten kann in Deutschland nicht die Rede sein", betonte Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des neuen "Herzbericht 2006".

Die so genannte stationäre Morbidität, also die Zahl von Krankeitsfällen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führen (für ischämische Herzkrankheiten, Klappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und angeborene Fehlbildungen des Kreislaufsystems), ist in Bremen am niedrigsten (mehr als 21 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt). Am häufigsten sind Krankenhausaufenthalte für diese Krankheiten im Saarland (22 Prozent über dem Bundesdurchschnitt).

Was die Sterblichkeit beim akuten Herzinfarkt betrifft, so hat im Vergleich der Städte und Landkreise Berlin den mit Abstand niedrigsten Wert (73,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt). Besonders schlecht schneidet hier der Landkreise Schönebeck (167,5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) ab.

Die Sterblichkeit für alle fünf im Bericht untersuchten Krankheitsgruppen weist unter den Bundesländern eine erhebliche Spanne auf: Hamburg liegt um knapp 23 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, was die Todesfälle betrifft, Sachsen-Anhalt um mehr als 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Zum Teil, aber bei weitem nicht zur Gänze, wie Bruckenberger betont, lassen sich Unterschiede bei Morbidität und Mortalität mit den Versorgungsstrukturen erklären.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie