Bild: Reanimationstraining 
Offenbar sollte in Kursen vor allem
die Herzmassage unterrichtet
werden; © PixelQuelle.de

So wird es in Erste-Hilfe-Kursen unterrichtet: Herz-Lungen- Wiederbelebung nach der 5-1-Methode: Fünf mal Herzmassage, einmal Mund-zu-Mund- Beatmung beziehungsweise Mund-zu-Nase- Beatmung. Man weiß aber aus Untersuchungen, dass gerade die Beatmung für viele Menschen ein Grund ist, bei einem Herzstillstand lieber nicht einzugreifen: Man ekelt sich davor. Leider gibt es bislang kaum Untersuchungen zur Frage, ob eine alleinige Herzmassage nicht vielleicht den gleichen Dienst täte.

Genau dies hat nun eine prospektive Multicenter-Beobachtungsstudie untersucht. Es handelte sich dabei um 4.068 Personen, die außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Lungen-Stillstand erlitten und darauf hin ins Krankenhaus eingeliefert wurden. 439 dieser Patienten hatten von Umstehenden eine reine Herzmassage erhalten. 712 dieser Personen wurden von Passanten nach Kräften mit Herzmassage und Beatmung am Leben erhalten. Der Rest (2.917 Personen) erhielten keinerlei Unterstützung von Umstehenden.

Die Nachbeobachtung dieser Fälle zeigte, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, dem Kollabierten irgendeine Art der Behandlung zukommen zu lassen. Dies verbessert jedenfalls das neurologische Ergebnis (p kleiner 0.0001). Erstaunlich war jedoch ein ganz anderes Ergebnis: Die alleinige Herzmassage ist offenbar der Herzmassage mit Beatmung in der Regel überlegen: In Fällen von Apnoe ist das neurologische Ergebnis nach alleiniger Herzmassage nämlich deutlich besser (p gleich 0.0195), ebenso bei Herzrhythmusstörungen, die zu einem Schock führen können (p gleich 0.041) und bei Wiederbelebungen innerhalb von vier Minuten nach dem Herzstillstand (p gleich 0.0221).

In keiner Untergruppe gab es einen Hinweis darauf, dass Beatmung gegenüber der reinen Herzmassage irgendeinen Vorteil bringt.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 369, S. 920-926