Herztherapie mit höchster Präzision

Foto: Arzt vor dem Roboter-System

Prof. Rüdiger Becker präsentiert
das Roboter-System; © Uniklinik
Heidelberg

Der erste Patient mit Vorhofflimmern wurde Ende Juli 2009 erfolgreich mit der innovativen Technik behandelt. Seitdem ist das neue Roboter-System im Routinebetrieb im Einsatz.

Der sehr präzise Eingriff mit geringer Strahlenbelastung vermag diejenigen Bereiche im Herz zu zerstören, die immer wieder unkontrollierte Kontraktionen des Herzmuskels, sogenanntes Herzstolpern, auslösen. Dabei sitzt der Arzt an einer Konsole, steuert den in das Herz eingeführten Katheter mit einer 3-D-Computer-Mouse und verödet das Herzgewebe mit Hochfrequenzstrom ("Katheter-Ablation").

Mit diesem System ist es dem Arzt erstmals möglich, auch schwer zugängliche Regionen des Herzens zu erreichen. Der Gewebekontakt wird stets über einen speziellen Sensor überwacht. Das dreidimensionale computergestützte Verfahren zur Lokalisationsdiagnostik macht den Eingriff praktisch unabhängig vom Röntgen. Damit kann die Strahlenbelastung für Patient und Arzt erheblich reduziert werden. Die Behandlung dauert insgesamt mehrere Stunden; eine Vollnarkose ist nicht nötig.

"Von diesem neuen Roboter-System erhoffen wir uns weitere große Fortschritte und ein hohes Maß an Präzision in der Behandlung der Patienten mit Vorhofflimmern", sagt Professor Rüdiger Becker, der zusammen mit seinen Kollegen von der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg die neue Technik erforscht und anwendet.

Vorhofflimmern ist besonders bei älteren Menschen eine häufige Rhythmusstörung des Herzens. In Deutschland sind rund eine Million betroffen. Typisches Zeichen ist ein unregelmäßiger Puls. Viele Patienten leiden an Symptomen wie Herzstolpern, Herzrasen, Atemnot und Angst.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg