High-Tech in neuer Prothese

Foto: Kniegelenk-Prothese

Die Prothese sieht aus wie der
Schienbeinschutz eines Eishockey-
Spielers, ist aber High Tech pur;
© Orthopädische Uniklinik Heidelberg

Konventionelle Prothesenkniegelenke arbeiten allesamt passiv, das heißt, die Bewegungen, die die Prothese beim Gehen ausführt, zum Beispiel das Beugen und Strecken des Prothesenkniegelenkes, werden alleine vom Patienten gesteuert und entstehen durch die von ihm zur Verfügung gestellte Kraft. Damit das Gangbild möglichst natürlich aussieht, werden diese Bewegungen beim Schwingen des Prothesenbeins gebremst.

Das Produkt mit dem Namen „Powerknee“ stammt aus Island. Ein leistungsstarker Elektromotor, der über eine hochkomplexe Elektronik gesteuert wird, erlaubt dem Oberschenkelamputierten das aktive Steigen von Treppen oder Hinauflaufen von schrägen Rampen. Dies war bisher alles nicht oder nur sehr unbefriedigend möglich, da das Prothesenkniegelenk nur indirekt über die hüftstreckende Muskulatur in Streckung gebracht werden konnte.

Etwa acht Wochen lang dauert die erste Übungseinheit, bis Romberg den Umgang mit dem neuen Prothesen-Kniegelenk gelernt und die komplexe Ansteuerung der Elektronik verinnerlicht hat. So liegt beispielsweise auch im Schuh des gesunden Fußes eine Einlegesole mit Sensoren, die mit der Steuerungselektronik des Kniegelenks verbunden ist. Die Energie für den Betrieb des Gelenks stammt aus fünf eingebauten Akkus.

Das Powerknee ist mit 4,5 Kilogramm Gewicht immerhin etwa dreimal so schwer wie bisherige Prothesenkniegelenke, was insbesondere in der Eingewöhnungsphase bei bestimmten Bewegungen Schwierigkeiten bereitet. Eine Videodokumentation hilft den Technikern bei der Feinjustierung und beim Sammeln von Erfahrungen mit dem neuen Produkt.

MEDICA.de; Quelle: Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg