High 5s Projekt: Projektergebnisse stehen online zur Verfügung

22.06.2015
Foto: Arzt hält kleine blaue Box in der Hand

Zu beiden Handlungsempfehlungen des High 5s Projekts wurden High 5s Toolboxen veröffentlicht; © panthermedia.net/Andriy Popov

Die Abschlussveranstaltung des internationalen und vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten WHO-Projekts "Action on Patient Safety: High 5s" war ein voller Erfolg und das Interesse an den Themen Vermeidung von Eingriffsverwechslungen und OP-Checklisten sowie Sicherstellung der richtigen Medikation an Versorgungsübergängen groß. Zu beiden Handlungsempfehlungen des Projekts wurden High 5s Toolboxen veröffentlicht.

Die Koordinatoren aus den High 5s Projektkrankenhäusern, Projektförderer, -begleiter, namhafte Personen aus Wissenschaft und Gesundheitspolitik sowie Interessierte kamen am 1. und 2. Juni 2015 in Berlin zusammen. Am ersten Veranstaltungstag stand das Thema Vermeidung von Eingriffsverwechslungen im Fokus. Am zweiten Tag ging es um die Sicherstellung der richtigen Medikation bei Übergängen im Behandlungsprozess (Medication Reconciliation). Erfahrungen und Ergebnisse aus dem High 5s Projekt wurden ausgetauscht und die beiden Themen aus verschiedenen Blickwinkeln präsentiert und diskutiert. Rund 50 Teilnehmer nahmen an den beiden Tagen an der High 5s Abschlussveranstaltung teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V (APS).

Jedes der High 5s Projektkrankenhäuser erhielt als Anerkennung für das Engagement im High 5s Projekt eine Urkunde. Dieses von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe unterschriebene Dokument wurde im Rahmen der Veranstaltung feierlich vom Projektleiter Dr. Christian Thomeczek, kommissarischer Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), überreicht.

Zu der Handlungsempfehlung "Vermeidung von Eingriffsverwechslungen" und OP-Checklisten wurde auf Grundlage der High 5s Projekterfahrungen in Deutschland ein Implementierungshandbuch erarbeitet. Dieses wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das Implementierungshandbuch, die beiden deutschsprachigen Handlungsempfehlungen "Vermeidung von Eingriffsverwechslungen" und "Sicherstellung der richtigen Medikation bei Übergängen im Behandlungsprozess (Medication Reconciliation)" sowie alle im Rahmen des High 5s Projekts erarbeiteten Implementierungsmaterialien für Deutschland sind nun in High 5s Toolboxen auf der Webseite des ÄZQ veröffentlicht. Auch eine Zusammenfassung, Reden, Vorträge und Erfahrungsberichte von der Abschlussveranstaltung des High 5s Projekts stehen dort online zur Verfügung.

Das High 5s Projekt wurde im Jahr 2006 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiiert, um beim weltweit relevanten Thema Patientensicherheit aktiv zu werden. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Implementierung von standardisierten Handlungsempfehlungen (Standard Operating Protocol – SOP) in den klinischen Alltag von Krankenhäusern.

Die Handlungsempfehlung "Vermeidung von Eingriffsverwechslungen" wurde in Deutschland von 16 Krankenhäusern erprobt. Die Handlungsempfehlung "Sicherstellung der richtigen Medikation bei Übergängen im Behandlungsprozess (Medication Reconciliation)" wurde von dreizehn Krankenhäusern im Rahmen des Projekts implementiert.

Das Projekt wird hierzulande vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Mit der Durchführung wurden das ÄZQ und das APS betraut. Das APS hatte das Institut für Patientensicherheit vom Universitätsklinikum Bonn (IfPS) mit der Umsetzung beauftragt.

MEDICA.de; Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin

Mehr über das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin unter: www.aezq.de