Hightech-Schaum schließt Wunden in Sekunden

23.07.2014
Foto: Sprüh-Schaum befindet sich in Kanistern

Das Sprühsystem könnte zur Versorgung von Soldaten eingesetzt werden; © John Hopkins University

Wissenschaftler der John Hopkins University haben einen sprühbaren Hightech-Schaum entwickelt, der zur Erstversorgung von Verletzten dient und effektiver als herkömmliche Verbände und Tourniquets sein soll. Das Sprühsystem könnte zur Versorgung von Soldaten eingesetzt werden.

Mithilfe dieser injizierbaren Substanz können tiefe, klaffende Wunden in Kürze geschlossen und der Blutfluss somit gestillt werden.

Derzeit ist der innovative Schaum allerdings noch nicht im Einsatz. "Wir haben im Gremium der Rotkreuz-Chefärzte bereits über Entwicklungen wie diese diskutiert. Ursprünglich ist das System zur Behandlung von Kriegsverletzungen entwickelt worden.

Im zivilen Bereich sind jedoch Verletzungsmuster, die mit solchem Schaum behandelt werden, extrem selten. Daher werden sie derzeit auch nicht im Rettungsdienst eingesetzt", so Wolfgang Schreiber, Chefarzt beim Österreichischen Roten Kreuz.

Die bahnbrechende Technologie ist entwickelt worden, nachdem sich traditionelle Behandlungsmöglichkeiten vor allem im Bereich des Nackens, der Schultern und der Leiste zur Versorgung schwerer Verletzungen als nicht wirkungsvoll erwiesen haben.

Den Forschern zufolge könnte der Schaum beispielsweise auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden, um den Blutverlust verwundeter Soldaten rasch einzudämmen. Insbesondere innerhalb der ersten Stunde nach einer Verletzung ist das Stillen der Blutung wichtig, um den Verwundeten zu stabilisieren.

Der Schaum setzt sich aus zwei flüssigen Chemikalien zusammen, die sich jeweils in separaten Kanistern zusammen in einem Injektor befinden, der die Größe eines Textmarkers hat. Innerhalb dieser Spritze werden die Substanzen - ein Polyol und ein Diisocyanat - miteinander vermischt und können auf die offene Wunde appliziert werden. Der Schaum ist bei Temperaturen von bis zu 38 Grad etwa ein Jahr haltbar.

MEDICA.de; Quelle: John Hopkins University