In der Medizin gehören Begegnungen mit Patienten aus anderen Kulturen zur alltäglichen Praxis. Oft sind diese Begegnungen jedoch durch sprachliche und kulturelle Barrieren erschwert, die medizinisches Entscheiden und Handeln vor neue Herausforderungen stellen.

Das neue Wissensportal www.kultur-gesundheit.de zum Thema Kultur und Gesundheit - entwickelt am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz - bietet nun die Möglichkeit, sich über Fragen der Kultur und Glaubenspraxis muslimischer Patienten zu informieren. Die Internetseite entstand im Rahmen des Projekts "Informations- und Beratungsangebote zur verbesserten Versorgung von Muslimen im deutschen Gesundheitswesen", das durch die Robert Bosch Stiftung gefördert wurde.

"Das Thema Kultur wird leider in der medizinischen Aus- und Fortbildung in seiner medizinischen und ethischen Bedeutung kaum gebührend berücksichtigt", sagt Dr. Dr. Ilhan Ilkilic vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. "Die Vermittlung von Grundkenntnissen über die Glaubenspraxis und Wertvorstellungen muslimischer Patienten kann deswegen eine bessere Orientierung im Umgang mit diesen Patienten ermöglichen und somit deren pflegerische und medizinische Versorgung verbessern."

Fragen, die sich aus potentiellen Konfliktfeldern und Informationslücken ergeben und die auf der Internetseite behandelt werden, sind beispielsweise: Was ist im Umgang mit muslimischen Patienten wichtig? Was bedeuten Sterben und Tod für Muslime und wie sieht die Sterbebegleitung aus? Welche Meinungen gibt es in der islamischen Welt zu den Themen Hirntod, Organtransplantation, In-vitro-Fertilisation, Präimplantationsdiagnostik, Pränataldiagnostik, Stammzellforschung, Obduktion, aktive und passive Sterbehilfe?

MEDICA.de; Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz