Oft fällt dem Haus- oder Primärarzt die Aufgabe zu, einem Patienten die schlechte Nachricht von einer Krebserkrankung zu überbringen. Das US-amerikanische Fachblatt „American Family Physician“ empfiehlt, die schlechte Nachricht nach dem „SPIKES“-Modell zu überbringen: Dies steht für „S: Set up an interview (Den Patienten interviewen); P: Perception – ask what the patient knows (Den Wissensstand des Patienten erfragen); I: Invitation – explore the patient's wishes regarding knowing his or her diagnosis (Erfragen, was und wie viel der Patient wissen möchte); K: Knowledge and information – warn the patient that bad news is coming and explain the diagnosis (Den Patienten warnen, dass man schlechte Nachrichten für ihn hat und die Diagnose erklären); E: Emotions and Empathy – provide empathetic statements (Dem Patienten Anteilnahme entgegen bringen); S: Strategy and Summary – discuss treatment options if the patient is ready, and confirm the patient's understanding of the diagnosis and plan (Mit dem Patienten Therapiealternativen besprechen, falls er dies wünscht. Herausfinden, ob der Patient alles richtig verstanden hat)”.

Wenn die Nachricht überbracht ist, beginnt die Betreuung und auch dort können Probleme auftreten. Bis zu 80 Prozent der Patienten unter Chemotherapie leiden an Übelkeit und Erbrechen. In schwierigen Fällen sollten 5-Hydroxytryptamine-Antagonisten eingesetzt werden. Gibt man zusätzlich Dexamethason, kann dies die Wirkung erhöhen. Kommt eine Anämie hinzu, dann kann der Einsatz von Erythropoetin-alfa (EPO) angezeigt sein. Am besten ist die Wirkung dann, wenn der Hb-Ausgangswert zwischen 11 und 12 mg/dL liegt.

Nicht selten sind Krebspatienten müde und erschöpft. Angst, emotionaler Stress und Schlafstörungen können diesen Zustand verschlimmern. In solchen Fällen empfindet es der Patient oft als hilfreich, wenn man ihm Übungsprogramme oder andere psychosoziale Interventionsmethoden anbietet. Auch Selbsthilfegruppen können helfen.

Ein schwieriges Kapitel ist die Ernährung von Krebspatienten. Häufige, aber kleine Mahlzeiten sind oft gut bekömmlich. Antioxidative Vitamine könnten die Wirksamkeit von Chemotherapeutika einschränken. Man sollte sie daher vorsichtig einsetzen. Kortikosteroide werden bei Kachexie nicht empfohlen. Sie bauen die Muskelmasse nicht nachweisbar auf, schreiben die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: American Family Physician 2007, Vol. 75, S. 1207-1214