Frauen mit einer Mutation im BRCA1- beziehungsweise BRCA2-Gen haben ein erhöhtes Risiko, bereits in jungen Jahren an einem Mammakarzinom zu erkranken. Dies ist besonders tückisch, weil das feste Brustgewebe bei jungen Frauen die Sensitivität der Mammographie vermindern kann.

In einer Studie untersuchten Wissenschaftler jetzt 649 Frauen im Alter zwischen 35 und 49 Jahren, die aufgrund einer entsprechenden Familienanamnese oder genetischer Disposition ein hohes Risiko für ein Mammakarzinom aufwiesen. Jährlich wurden sie durch Magnetresonanztomographie und Mammographie untersucht. Damit konnten insgesamt 35 Tumoren festgestellt werden. 19 dieser Tumoren wurden alleine durch MRI diagnostiziert, sechs durch alleinige Mammographie und acht durch MRI und Mammographie.

Die Magnetresonanztomographie erwies sich bei dieser Hochrisiko-Gruppe von Frauen als bedeutend sensitiver als die Mammographie. Die Magnetresonanztomographie konnte 77 Prozent der Tumoren entdecken, Mammographie 40 Prozent. Die Kombination aus beiden Verfahren erhöhte die Sensitivität auf 94 Prozent.

Am meisten profitierten Frauen mit einer BRCA1-Mutation von der Magnetresonanztomographie. In dieser Gruppe hatte MRI eine Sensitivität von 92 Prozent, Mammographie von 23 Prozent. Die Spezifität lag bei 77 Prozent.

Die Studienautoren hatten eigentlich erwartet, dass sich durch die Magnetresonanztomographie eine Reihe von falsch-positiven Befunden ergeben würde. Sie werten nun als großen Erfolg, dass dies in ihrer Studie nicht der Fall war. Kommentatoren weisen darauf hin, dass die frühe Entdeckung der Mammakarzinome noch lange keine Heilung bedeutet. Wahrscheinlich kann man diese Frage erst in einigen Jahren beantworten.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting 2005, Orlando