Trypanosoma brucei 
Zellgift wirkt gegen den
Parasiten; © PHIL

Da der Parasit Trypanosoma brucei seine Oberfläche ständig verändert, kann er dem menschlichen Immunsystem entkommen und in das zentrale Nervensystem eindringen. Das führt zu Persönlichkeits- und Schlafstörungen und letztendlich zum Tod. Für Patienten, die unter einer schweren Typanosoma brucei Infektion des zentralen Nervensystems leiden, existieren keine Medikamente, die gegen beide Unterarten des Parasiten wirken, ohne sehr schwere Nebenwirkungen nach sich zu ziehen.

In einem vorhergehenden Projekt, das von Professor Lars Thelander von der Umeå Universität geleitet wurde, haben Wissenschaftler entdeckt, dass die CTP-Synthetase, ein Enzym, das für das Überleben des Parasiten wichtig ist, ein Hauptangriffsziel im Kampf gegen die Krankheit sein könnte.

In der jetzigen Publikation gelang es den Forschern zu zeigen, dass Acivicin, ein gut bekanntes Zellgift, das bereits als Krebsmedikament eingesetzt worden ist, die CTP-Synthetase blockieren kann. Dadurch wurden die Trypanosomen in Zellkulturen dauerhaft abgetötet. Mit einer täglichen Dosis Acivicin sind Mäuse, die mit Trypanosomen infiziert waren, symptomfrei geblieben. Unbehandelte Mäuse starben nach wenigen Tagen.

„Der Vorteil von Acivicin ist, dass es bereits bei Menschen eingesetzt worden ist“, sagt Artur Fijolek von der Umeå Universität. „Alle klinischen Studien sind bereits gemacht und wir wissen, dass das Medikament bis ins zentrale Nervensystem vordringen kann. Das ist bei vielen anderen Arzneimitteln für Trypanosome nicht der Fall. Darüber hinaus kann es in Tablettenform eingenommen werden, was sehr wichtig ist in Ländern mit einer eingeschränkten Gesundheitsversorgung.“

MEDICA.de; Quelle: Umeå University