Östrogene fördern die Mitoserate bei den Epithelialzellen der weiblichen Brust. Dies mag eine der Erklärungen dafür zu sein, warum höhere Östrogenspiegel das Mammakarzinomrisiko erhöhen. Es gibt zahlreiche Studien, die das für primäre Mammakarzinome nachweisen. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Östrogenspiegeln und Mammakarzinomen sehr komplex. Wenig erforscht ist bislang, ob die Östrogenspiegel auch einen Einfluss auf ein mögliches Mammakarzinomrezidiv haben.

Dies haben nun Wissenschaftler des Department of Family and Preventive Medicine an der University of California-San Diego, La Jolla in den USA untersucht. Sie analysierten die Daten von 306 Frauen, die an der „Women's Healthy Eating and Living Study (WHEL)“-Studie teilnahmen. Die Probandinnen wurden zwischen 1995 und 2000 zu der Studie zugelassen und dann durchschnittlich 7,3 Jahre nachverfolgt. Jede zweite Frau hatte ein primäres Mammakarzinom in einem frühen Stadium, das behandelt worden war. Regelmäßig wurde bei ihnen Blut abgenommen und die Spiegel des Östrogens, sowie von Testosteron und Geschlechtshormon-bindendem Globulin (sex hormone–binding globulin: SHBG) untersucht.

Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Risiko eines Mammakarzinomrezidivs und den Östrogenspiegeln. Diese waren bei jenen Frauen, deren Brustkrebs zurück kam, durchschnittlich doppelt so hoch wie bei den Frauen aus der gesunden Kontrollgruppe. Sowohl das Gesamt-Östrogen, als auch das bioverfügbare und das freie Östrogen zeigten unabhängig voneinander diese positive Korrelation zwischen der Höhe des jeweiligen Blutspiegels und dem Risiko eines Rezidivs.

Entgegen der Erwartungen konnten die Studienleiter keinen Zusammenhang zwischen dem Testosteronspiegel und dem Risiko eines Mammakarzinomrezidivs aufzeigen. Dies gilt auch für SHBG, welches ebenfalls keinen Zusammenhang mit dem Rezidivrisiko zeigt.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 2008. Vol. 17, S. OF1-OF7