Solche Läsionen sind typisch für ältere Personen und oft die Folge eines Schlaganfalls oder einer Demenz. Dr. Monique M. B. Breteler vom Erasmus Medical Center in Rotterdam, Niederlande, und Mitglieder des CASCADE (Cardiovascular Determinants of Dementia)-Konsortiums haben ähnliche Läsionen nun auch bei Personen mit instabilem Blutdruck entdeckt.

Sie untersuchten die Daten neun laufender Studien mit Patienten aus Europa (insgesamt 1.625), die zu Beginn der Studie in den Jahren 1996 bis 1998 zwischen 65 und 75 Jahre alt waren.

Alle Probanden hatten sich einer magnetresonanztomographischen Untersuchung ihres Gehirns unterzogen. Außerdem wurden rückwirkend für die Zeit fünf bis 20 Jahre vor Beginn der Studie Blutdruckwerte der Betreffenden gesammelt. Läsionen in der weißen Gehirnsubstanz, die in der oberen Quintile lagen, wurden als schwer bezeichnet.

Sowohl eine Abnahme als auch Zunahme des diastolischen Blutdrucks verdoppelte das Risiko schwerer Läsionen in der weißen Hirnsubstanz. Zumindest im Vergleich mit Personen, die über die Jahre hinweg in der Regel einen stabilen Blutdruck mit wenigen Ausschlägen gehabt hatten. Auch ein Anstieg des systolischen Blutdrucks brachte die weiße Gehirnsubstanz in Bedrängnis. Am schwersten waren die Veränderungen bei Patienten, deren hoher Blutdruck zwar behandelt wurde, aber nicht im Griff war. Eine unbehandelte instabile Hypertonie hatte ein ähnliches Risiko wie eine medikamentös gut eingestellte Hypertonie.

Die Wissenschaftler vermuten, dass eine lang andauernde Hypertonie strukturelle Veränderungen in den kleinen Gefäßen des Gehirns verursacht. Dies könnte zu vermehrtem vaskulären Widerstand, Hypoperfusion und einer behinderten zerebralen Autoregulation führen. Eine Hypertonie sollte also unbedingt therapiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Hypertension 2004, Vol. 44, S. 625-630