Hoher Zucker schadet dem Kind

Der Feind im Körper - bei
Schwangeren erhöhen beide
Diabetes Typen das Risiko; © Hemera

Frauen mit einem Diabetes mellitus bringen häufiger Kinder mit kongenitalen Anomalien auf die Welt. Auch die perinatale Morbidität und Mortalität ist bei diabetischen Müttern höher. Bisherige Studien zu diesem Thema haben sich vor allem mit schwangeren Frauen beschäftigt, die an einem Diabetes mellitus Typ 1 litten. Das demographische Schema des Diabetes mellitus ändert sich jedoch. Immer mehr junge Leute erkranken am Typ 2. So stellt sich die Frage. Gibt es in Bezug auf die Geburt eines Kindes Unterschiede bei schwangeren Diabetikerinnen mit Typ 1 im Vergleich zu Typ 2?

Diese Frage beantwortet jetzt eine Studie aus England, Wales und Nordirland. 2.359 Schwangerschaften wurden dabei untersucht. Alle Frauen litten an einem Diabetes mellitus vom Typ 1 (1.707 Frauen) oder Typ 2 (2.359 Frauen) und brachten ihr Kind zwischen März 2002 und Februar 2003 zur Welt.

Die perinatale Mortalität bei den Babys diabetischer Mütter lag bei 31.8 pro 1000 Geburten und war damit etwa vier Mal so hoch wie bei nicht-diabetischen Müttern. In Bezug auf den Diabetes-Typ unterschied sich diese Zahl kaum: 31.7 pro 1.000 Geburten bei Typ 1, 32.3 pro 1.000 Geburten bei Typ 2.

Bei 109 Kindern wurden insgesamt 141 größere kongenitale Anomalitäten diagnostiziert: Die Prävalenz bei den Diabetikerinnen lässt sich auf 46 kongenitale Anomalien pro 1.000 Geburten errechnen: 48 pro 1.000 bei Typ 1 und 43 pro 1.000 bei Typ 2. Diese Rate ist etwa doppelt so hoch wie bei nicht-diabetischen Schwangeren. Besonders häufig kamen Neuralrohrdefekte und kongenitale Herzerkrankungen vor. Bei 71 der 109 betroffenen Babies konnten die Anomalien bereits vor der Geburt diagnostiziert werden.

Da die Zahl diabetischer Schwangerer in Zukunft steigen dürfte, stellt dies eine große Herausforderung für die Medizin dar, schreiben die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 177