Hohes Einsparungspotenzial durch Generika

20/03/2015
Foto: Bunte Pillen liegen auf Euro-Scheinen

Eine neue österreichische Studie erfasst das Einsparungspotenzial durch Generika zur Behandlung von drei weit verbreiteten chronischen Krankheiten; ©panthermedia.net/ ginasanders

Eine Studie am Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente System (CeMSIIS) der MedUni Wien in Kooperation mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat das Einsparungspotenzial durch Generika bei der medikamentösen Behandlung der häufigen Erkrankungen Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus ausgerechnet.

Die möglichen jährlichen finanziellen Einsparungen der Krankenversicherungen lägen dabei bei 18 Prozent und entsprechen zweistelligen Millionenbeträgen.

Für die Studie wurden österreichweit die Daten von 8,3 Millionen Personen (das sind 98,5 Prozent der gesamten versicherten Bevölkerung Österreichs) der Jahre 2009 bis 2012 analysiert. Dabei wurden drei Medikamentengruppen für in der Bevölkerung weit verbreitete Krankheiten herangezogen: Mittel gegen Bluthochdruck, gegen Hyperlipidämie, einer Fettstoffwechselerkrankung, und gegen Diabetes mellitus.

Im Jahr 2012 gaben Krankenversicherungen 231,3 Millionen Euro, 77,8 Millionen Euro bzw. 91,9 Millionen Euro für antihypertensive, lipidsenkende und diabetesbehandelnde Medikamente aus. Die Berechnungen ergaben, dass der Ersatz der Medikamente durch billigere Generika (gleicher Wirkstoff, gleiche Dosierung) am Markt 52,2 Millionen (22,6%), 15,9 Millionen (20,5%) bzw. 4,1 Millionen Euro (4,5%) an Kosten gespart hätte. Das ergibt ein Einsparungspotenzial von durchschnittlich 18 Prozent.

Der Vergleich mit den Vorjahren, rückblickend bis 2009, zeigt eine noch weiter aufklaffende Schere des Einsparungspotenzials. Lag der Unterschied bei antihypertensiven Mitteln im Jahr 2009 bei 15,2 Prozent, so waren es 2012 bereits 22,6 Prozent. Lipid-senkende Mittel hatten 2009 ein Einsparungspotenzial von 9,2 Prozent, im Jahr 2012 sogar schon 20,5 Prozent. Nur bei Diabetesmedikamenten ging das Potenzial von 5,6 Prozent auf 4,4 Prozent zurück.

"Diese Studie zeigt, dass ein Ersatz von hochpreisigen Medikamenten für häufige Leiden wie Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus durch die billigsten am Markt befindlichen Medikamente mit identischem Wirkstoff und gleich guter Wirkung den heimischen Krankenkassen jährliche Einsparungen von bis zu 72 Millionen Euro bringen könnte", erklärt Georg Heinze vom Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme (CeMSIIS) der MedUni Wien.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien

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