Das zeigt eine Subanalyse der „Treating To New Targets (TNT)“-Studie. Diese Untersuchung war eine der ersten, welche darauf angelegt waren, den LDL-Cholesterin-Spiegel unterhalb der empfohlenen Grenzwerte zu senken. Schon 2005 konnte diese Studie zeigen, dass es sich lohnt, den LDL-Spiegel tatsächlich aggressiv zu senken: Bei Patienten mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit kann dies das kardiovaskuläre Risiko senken.

Erreicht wurde dies mit einer aggressiven Atorvastatin-Therapie (80 Milligramm pro Tag) im Vergleich zu niedrig dosiertem Atorvastatin. Unter dieser hohen Dosis sank das Risiko, an KHK zu versterben, einen Myokardinfarkt zu erleiden beziehungsweise einen Schlaganfall oder ein anderes kardiovaskuläres Ereignis zu haben um 22 Prozent.

In der neuen Subanalyse wurden die Daten von 9.770 Probanden der TNT-Studie einer weiteren Analyse unterzogen. In diesem Falle interessierten sich die Wissenschaftler nicht für den LDL-, sondern für den HDL-Wert und dessen Effekt auf das kardiovaskuläre Risiko. Wie sich zeigte, profitieren Probanden von einem HDL-Wert in der obersten Quintile der Ergebnisse (mehr als 55 Milligramm/dL). Bei ihnen sinkt das kardiovaskuläre Risiko auf 0,75 im Vergleich zu jenen Patienten, deren HDL-Wert unter 42 Milligramm/dL liegt. Die Absenkung des kardiovaskulären Risikos bei steigendem HDL-Wert ist nahezu linear.

Der Zusammenhang zwischen dem HDL-Wert und dem kardiovaskulären Risiko ist unabhängig von anderen Variablen, auch dem LDL-Cholesterin-Wert. Dies zeigt nach Ansicht der Studienleiter, dass dem HDL-Cholesterin-Wert in Zukunft noch mehr Gewicht beigemessen werden sollte. Es genügt ihrer Ansicht nach nicht, nur den LDL-Wert abzusenken.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 357, S. 1301-1310